Die Symptome sind hartnäckig: Erschöpfung, Nachtschweiss, Herzrasen, Migräne, Atembeschwerden, Magenbeschwerden, Gelenkschmerzen, Hautausschläge und vieles mehr. In vielen Ländern leiden Covid-19-Patienten auch Wochen nach Krankheitsausbruch noch unter dem Virus. Auffällig viele sind jung und waren nur «mild» erkrankt. «Nun ist es über zwei Monate her seit dem Beginn der Krankheit, und wir fühlen uns immer noch sehr erschöpft und können nur in reduzierten Pensen arbeiten», sagt Ralph Müller*, der mit seiner Freundin Anfang März erkrankte. Die beiden 39-Jährigen erlitten das volle Programm: Halsschmerzen, extreme Kopfschmerzen, Herzrasen, Atemnot. «Wir machen uns Sorgen um mögliche langfristige Folgen.»
Einer von 20 Patienten ist betroffen
«Es endet nie», sagt auch Martina Sorlini, eine 29-jährige Mathematik- und Physiklehrerin, die seit Anfang März immer leichtes Fieber hat. Gegenüber der «New York Times» beschreibt die Italienerin, dass die Symptome wie Husten und Halsschmerzen nach drei Wochen verschwunden seien, dann aber tauchten Bauchschmerzen und Müdigkeit auf, und das Fieber kehrte zurück.
«Sieben Wochen lang durchlief ich eine Achterbahnfahrt der Symptome.»
Paul Garner, Professor für Infektionskrankheiten und Covid-19-Patient
Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass bei etwa einem von zwanzig Covid-Patienten langfristige Symptome auftreten, wie der «Guardian» berichtet. Unklar ist,was lang bedeutet: zwei Monate, drei Monate oder noch länger? Professor Tim Spector vom King’s College London schätzt, dass eine kleine, aber bedeutende Anzahl von Menschen an Langzeitfolgen leidet.

