Der Übeltäter heisst Eichenwirrling. Der Pilz hat sich in den letzten Jahren auf dem Holzsteg von Rapperswil nach Hurden ausgebreitet. Er frisst Löcher ins Holz, macht es schwammig und instabil. Mehrfach mussten deswegen auf der 840 Meter langen und 2001 eingeweihten Holzbrücke schon Stützpfähle ausgewechselt werden, zuletzt im Sommer vor zwei Jahren. Jetzt müssen wiederholt neue Pfähle her – 31 Stück, wie aus einer Ausschreibung der Stadt Rapperswil-Jona hervorgeht. Wütet also noch immer besagter Pilz bei der beliebten Touristenattraktion?
Pfähle «aus halb Europa»
Ja, bestätigt Josef Lacher, Leiter Tiefbau bei der Stadt. Der Eichenwirrling und dessen Folgen beschäftigen ihn immer wieder. Der Pilz war wohl im Eichenholz zugegen, aus dem vor zwanzig Jahren die 250 Pfähle «aus halb Europa» zusammengetragen wurden, vermutet er. Gut möglich, dass von den Holzstämmen sogenanntes Splintholz – die äussere, jüngere Holzschicht – verwendet worden sei, das für gewöhnlich abgeschält werde. Denn der Eichenwirrling wächst am Stamm der Bäume. «Wir vermuten, dass gewisse Pfähle bereits beim Bau der Brücke vom Pilz befallen waren», sagt Lacher. «So konnte sich der Pilz über die Jahre ausbreiten.»
Ein Pilz gegen den Pilz
Um den Schädling auszumerzen, greift die Stadt seit Jahren zu einer «Schimmelpilzkur»: Ein- bis zweimal jährlich werden alle im Wasser stehenden Pfähle mit einer Konzentration von Trichoderma-Sporen – einem Schimmelpilz – biologisch imprägniert. Die Sporen hemmen das Wachstum anderer, schädlicher Pilze. Diesen Sommer würden zur Kontrolle zusätzlich alle Pfähle mit einem Widerstandsmessgerät leicht angebohrt. So zeigt sich, ob aktuell tatsächlich nur 31 Pfähle betroffen sind. Und ob die vor zwei Jahren ersetzten Pfähle noch immer in gutem Zustand seien, sagt Lacher.

