Der Direktor der Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich (USZ) hat Resultate von Operationen geschönt und den Eingriff am Herz einer 74-jährigen Patientin in einer wissenschaftlichen Publikation als erfolgreiche Weltpremiere verkauft, obwohl es Komplikationen gab und die operierte Herzklappe der Frau danach genauso undichtwarwie davor. Zudem hat Francesco Maisano Patienten Implantate von Firmen eingesetzt, an denen er selbst beteiligt war.Das USZ hält aber am Herzspezialisten fest.
SVP-Präsident Benjamin Fischer nennt den Fall «skandalös» und wundert sich über die Haltung des Spitals. Wenn die Vorwürfe zuträfen, müsse Maisano gehen, fordert Fischer, der die kantonsrätliche Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit präsidiert. Der Schaden für das Spital sei zu gross.
«Nicht mehr haltbar»
Ebenfalls «sehr empört» reagiert SP-Fraktionschef Markus Späth. «Eine Trennung ist unumgänglich, wenn die Vorwürfe bestätigt werden», sagt er. Maisano habe nicht nur dem Unispital einen gewaltigen Reputationsschaden zugefügt, sondern auch der Universität als Forschungsanstalt. Ähnlich äussert sich Thomas Forrer, Fraktionspräsident der Grünen: «Herr Maisano ist nicht mehr haltbar.» Nur eine Spur zurückhaltender äussert sich Beatrix Frey-Eigenmann, Fraktionspräsidentin der Freisinnigen. Das Vertrauen sei erschüttert, es handle sich nicht um ein Kavaliersdelikt. «Das USZ ist zu kulant, ich könnte mir einschneidendere Massnahmen vorstellen», sagt sie.
«Letztlich ist es eine Charakterfrage.»
Benjamin Fischer (SVP), Parteipräsident Kanton Zürich

