Professor Francesco Maisano, Leiter der Klinik für Herzchirurgie am Zürcher Universitätsspital, hat Operationen mit selbst mitentwickelten Implantaten in wissenschaftlichen Publikationen geschönt dargestellt und Eigeninteressen nicht deklariert. Das Unispital hat diese Woche entsprechende Recherchen dieser Zeitung bestätigt. Am Freitag publizierte das USZ dann einen externe Untersuchungsbericht zum Fall. Die Prüfer hatten fünf Abhandlungen untersucht. Bis auf eine «enthielten alle untersuchten Publikationen beschönigende, teilweise gar unrichtige Behauptungen», steht da. Für Professor Daniel Scheidegger (72) ist der Fall tragisch, weil er bei Patienten zum Vertrauensverlust führe.
Daniel Scheidegger, der Leiter der Herzchirurgie am Unispital, Professor Maisano, hat wissenschaftliche Publikationen geschönt. Wie schwerwiegend ist das?
Daniel Scheidegger: Das ist ein schweres wissenschaftliches Fehlverhalten. Wenn es ein neues Implantat gibt, will ich als Mediziner oder auch als Patient wissen, wie sich das bewährt hat. Wenn dann in einem anerkannten Journal ein sehr wichtiger Punkt – nämlich, dass der Eingriff nichts gebracht hat – nicht erwähnt wird, ist das schlimm. Eine solche Täuschung ist verheerend.
Daniel Scheidegger ist Vizepräsident der Schweizer Akademie der medizinischen Wissenschaften.

