Ein Winter ohne Lauberhorn? Undenkbar – bis diesen Mittwoch. Bei der Sitzung des Weltcup-Subkomitees des internationalen Skiverbandes FIS beantragt Swiss-Ski die Streichung der Rennen aus dem provisorischen Kalender 2021/22. Damit reagiert der Schweizer Verband auf das Zwischenurteil eines laufenden Verfahrens vor dem Internationalen Sportgericht CAS, in dem die Organisatoren von Wengen eine Million Franken pro Jahr an zusätzlichem Geld von Rechteinhaber Swiss-Ski fordern.
Offenbar stehen die Zeichen nun so, dass die Veranstalter mit ihrem Ansinnen vor dem CAS durchkommen und der Verband folglich die zusätzliche Million bezahlen müsste. Um das zu umgehen, liess Swiss-Ski Wengen aus dem Skijahr 2022 streichen. Nun droht das Wahrzeichen des Schweizer Skirennsports am Zwist zu zerschellen. Das sind die Hintergründe:
Die Vorgeschichte: 2,5 Millionen sind nicht genug
Lange hielten sie es unter dem Deckel, sassen noch gemeinsam an den Verhandlungstisch. Doch zum Start der diesjährigen Lauberhornrennen kam es doch an die Öffentlichkeit: Die Organisatoren von Wengen haben sich 2018 an das CAS in Lausanne gewandt, um von Swiss-Ski mehr Geld zu fordern. 2,5 Millionen Franken sind es rund, die der Verband als Rechteinhaber der Schweizer Rennen beisteuert zum Wengener Budget von knapp 9 Millionen.
Hinzu kommen diese Einnahmen: Ticketverkauf, VIP-Pakete, Sponsoren, Lauterbrunnen und Region, die zahlen, Dienstleistungen der Jungfraubahnen sowie von Militär und Zivilschutz, die sagenhafte 3000 Diensttage leisten für die Rennen. Doch das alles reicht nicht. 2019 etwa fehlten trotz besten Bedingungen und Zuschauerrekord 270’000 Franken. Die Wengener sahen den Gang ans CAS als letzten Ausweg – und brüskierten damit den Verband.

