Es ist ein unlösbares Problem, das allerdings die gesamte sockentragende Menschheit betrifft. Öffnet man nach dem Waschen die Maschine, nimmt man die Wäsche raus und hängt sie auf.
Alles ist da – nur eine Socke hat sich verkrochen. Sie ist nicht in der Trommel, nicht neben der Waschmaschine, einfach nicht zu finden. Ich habe mit kompetenten Fachpersonen gesprochen, Singles beiderlei Geschlechts, Hausfrauen, Nachbarinnen und Nachbarn – niemandem ist das Phänomen fremd. Und niemand kann es mir erklären.
Was machen die Socken? Lebt sich so ein Paar auseinander, wie sie es bei ihren Trägerinnen und Trägern sehen? Trennen sie sich, weil der eine einen Fuss schmücken muss, der weniger reinlich ist, also mehr «chäselet»? Oder haben sie auch einfach mal Lust, auszugehen?
Das scheint mir am wahrscheinlichsten, seit ich den Treffpunkt einzelner Socken kennengelernt habe. In diesem Club treffen sich die einsamen Socken, plaudern über dies und das. Über Waschmittelsorten, Schuhqualitäten oder Fusscrèmes. Und wenn sie genug haben, kehren sie klammheimlich zurück. Denn meine Erfahrung zeigt, dass irgendwann gleiche Socken wieder zusammen finden. (Guy A. Lang)

