Seit fast 40 Jahren steht bei der Turbenthalerin Ruth Hegner das Wirken rund um ältere Mitmenschen im Zentrum. Und jetzt das: Durch das Coronavirus lösen sich gerade viele der geplanten Aktivitäten in der Seniorenarbeit in Luft auf. Die 71-Jährige lacht leise. «Jetzt lerne ich, pensioniert zu sein», sagt sie und fügt etwas wehmütig an: «Ich habe etwas Entzugserscheinungen.»
Bei ihrem gebündelten Mass an Engagements erstaunt das nicht. Noch immer gibt sie als Erwachsenensportleiterin von Pro Senectute Turnstunden für jüngere und ältere Senioren in Wildberg. Bis vor Kurzem traf man sie in dieser Funktion auch in den beiden Pflegezentren Lindehus und Im Spiegel an.
Das mochte Hegner: «Man kann etwas aus den Menschen herausholen und schauen, was noch möglich ist.» Sie, die seit nunmehr über 25 Jahren auch Atem- und Energietherapien macht, lässt dieses Wissen sanft in ihren Unterricht einfliessen. So höre sie oft: «Jetzt musste ich so alt werden, um richtig atmen zu lernen.»
Frühes Engagement
Der Weg für die umfassende Altersarbeit hat sich für Ruth Hegner schon früh geöffnet. Mit ihrem vor elf Jahren verstorbenen Mann kam sie 1999 nach Turbenthal. Zuvor wohnte das kinderlose Ehepaar in der Gemeinde Lindau. Dort wirkte Hegner fast 20 Jahre lang als Hauswartin in der Alterssiedlung Winterberg.

