«Enttäuschte Besucher werden nicht zu vermeiden sein»
Während sich die Bevölkerung in den Naherholungsgebieten tummelt, herrscht in den Badis Leere. Der traditionelle Saisonstart Anfang Mai fällt coronabedingt ins Wasser. Ab dem 8. Juni können die Anlagen voraussichtlich wieder öffnen – wenn sie ein Schutzkonzept vorlegen können. Bis dahin dürfen die Schwimmbecken ausschliesslich zur Ausübung von Sporttrainings, nicht aber zum Freizeitvergnügen benutzt werden.
Hallenbad während des ganzen Sommers offen
In Uster wird die verlängerte Pause für Revisionsarbeiten genutzt. «Wir gehen davon aus, dass unsere Bäder im Vergleich zu früheren Jahren in den Sommerferien stärker gefragt sind», sagt Beat Berger, Leiter Geschäftsfeld Sport. «Deshalb haben wir die dreiwöchige Revision des Hallenbades vorgezogen und können so die Anlage voraussichtlich während des gesamten Sommers öffnen.» Dann soll das Hallenbad wochentags auch bereits ab 6 Uhr geöffnet sein.
Einige Badi-Mitarbeitende würden derzeit in anderen Abteilungen eingesetzt. Zum Beispiel um den Eingang der Heime zu bewachen oder bei der Zutrittskontrolle des Stadthauses mitzuhelfen. Derweil arbeite man am nötigen Schutzkonzept, um im Juni mit der Dorfbadi und dem Strandbad in die Saison starten zu können.
Der Verband der Hallen- und Freibäder hat ein Musterkonzept für den speziellen Saisonstart erarbeitet. Dieses hält die maximale Anzahl zulässiger Personen auf den Liegewiesen bei einer Person pro 10 Quadratmeter fest, dasselbe gilt für die Schwimmbecken. «Die Gesamtbesucherzahl muss so limitiert werden, damit sich nie mehr als die vorgegebene Anzahl von Personen in den einzelnen Becken befinden. Allenfalls muss das Badpersonal regulativ eingreifen.» In den Schwimmbecken sollen die typischen Kreisbahnen auf zwei Bahnen ausgeweitet werden und bei den Beckenumgängen soll ein Einbahnverkehr ausgeschildert werden, damit die Gäste nur jeweils in einer Richtung um die Becken laufen.
Gastro ohne Badibetrieb in Wetzikon kein Thema
Zusätzlich müssen die Betreiber die Anzahl der Personen auf dem Gelände mittels Eintritts- und Austrittskontrolle überwachen und bei Bedarf soll eine maximale Aufenthaltsdauer eingeführt werden. Weitere Vorgaben betreffen unter anderem Abstandsmarkierungen in den Garderoben oder die regelmässige Desinfektion von Handläufen oder Türgriffen.
Aufgrund der aktuellen Kenntnisse geht der Verband der Hallen- und Freibäder grundsätzlich davon aus, dass via chloriertes Badewasser keine Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus besteht. «Dennoch muss davon ausgegangen werden, dass beispielsweise beim Brustschwimmen oder bei der Wassergymnastik bei zu kleinem Abstand eine Übertragung stattfinden kann.» In Freibädern mit Seezugang könne davon ausgegangen werden, dass aufgrund der grossen Menge an Wasser oder durch dessen Abfluss die Verdünnung so gross ist, dass kein erhöhtes Risiko besteht.
In Wetzikon sei man schon seit längerem daran, verschiedene Schutzkonzepte für die Badi Meierwiesen zu prüfen, sagt Corsin Camenisch, Leiter Sport und Freizeit. «Seit Beginn der Coronakrise haben wir versucht, unsere Vorbereitungen so normal wie möglich auszuführen. Wir wären somit für einen Saisonstart in den Bädern am 9. Mai bereit gewesen.»
Als bekannt wurde, dass sich dieser Start verzögert, hatte das Baditeam mehr Zeit für Unterhaltsarbeiten, welche sonst während der Saison und unter Hochbetrieb zu kurz kommen. «Sicher wären wir alle zufriedener, wenn wir die Eröffnung der Bäder wie geplant hätten durchführen können. Wir versuchen das Beste aus der neuen Situation zu machen.» Der Gastrobetrieb der Badi werde vorerst nicht eröffnet. «Ohne Badibetrieb ist eine Eröffnung so nicht sinnvoll.»
Ein solches Schutzkonzept wird in Pfäffikon erst angepackt. «Bisher hatte die Öffnung des Badi-Restaurants am Montag und somit dessen Schutzkonzept Priorität», sagt Bennie Lehmann, stellvertretender Gemeindeschreiber. «Top-Tage mit über 4000 Gästen wie in den Vorjahren werden in dieser Badi-Saison aber kaum mehr möglich sein. Enttäuschte Besucher, die keinen Einlass erhalten, werden nicht zu vermeiden sein.»
Ob sich der Verzug des Saisonstartes auch auf die Preise der Saisonkarten auswirken, ist sowohl in Pfäffikon, Uster als auch Wetzikon noch offen.
