Ein Sommer ohne ausschweifende Auslandreisen und beschränkte Plätze an den Oberländer Seen – «das wird wahrscheinlich Horror». Fredy Kräuchi geniesst mit seiner Frau Annemarie die wenigen Stunden am Greifensee, an denen sie sich noch sicher fühlen. «Am Wochenende hat es bereits keinen Sinn mehr, hierher zu kommen.» Wie es in den Sommerferien aussehen wird, da denke der Pensionär lieber gar nicht daran.
Mit dieser Meinung ist der Greifenseer nicht alleine. Auch Tanja Kulkies aus Uster hat Bedenken, was die Menschenmassen an den Seen in den Sommermonaten angeht. «Wir sind bereits in den vergangenen Jahren auf das Planschbecken im Garten ausgewichen, als es uns am Greifensee zu voll wurde.» Doch sie plagen noch andere Sorgen als nur die Anzahl der versammelten Leute. «Man weiss ja nicht, wie das Coronavirus im Wasser übertragen wird», sagt sie. «Ich würde sowieso erst in den See oder in die Badi gehen, wenn ich weiss, dass das Wasser sicher ist.»
Am Pfäffikersee scheinen die Spaziergänger etwas weniger besorgt. «Man kam in den vergangenen Jahren ja auch vor und nach den Sommerferien irgendwie aneinander vorbei», sagt Carla Galati aus Zürich, die heute mit Fabienne Walter aus Wetzikon unterwegs ist. «Wenn man sich gegenseitig respektiert, geht’s schon», so Walter. Und Galati ergänzt: «Ich freue mich darauf, im See schwimmen zu können. Aber ich werde wohl jeweils vor Ort entscheiden, ob es mir zu viele Leute hat.»
Konflikte zwischen Velofahrer und Fussgänger
Auch wenn der April ausserordentlich warm war, hat Niklas Göth, Leiter der Ranger am Greifensee und Pfäffikersee, noch keinen grösseren Anstieg an Badegästen verzeichnet. «Aber der Besucherstrom ist gegenüber dem Vorjahr extrem angestiegen und die meisten der Besucher kümmern sich nicht um die Abstandsregeln», sagt er. So blieben auch Konflikte nicht aus. Vor allem Velofahrende und Fussgänger seien sich «ins Gehege gekommen», da die Anzahl der Velofahrer stark zugenommen habe.

