Die ländliche Bevölkerung im Tösstal, vor allem in Wila, bestand im 19. Jahrhundert mehrheitlich aus Kleinbauern im Tal und auf den Hügeln. Neben Gewerbe betrieben sie auch Heimarbeit. Daher trafen sie die damaligen Veränderungen rasch und hart: Lohnverlust durch Industrialisierung, wegen der besseren Verkehrswege günstigere Lebensmittel aus dem Ausland und damit verbunden der Zwang zu besserem und umfangreicherem Anbau.
In den katholischen Kantonen wurden die Bauern politisch bisher durch die CVP, in den reformierten durch die FDP vertreten. Nur setzten diese sich in der Landwirtschaftskrise im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts zu wenig für die Landwirte ein. Deshalb begannen sich die Bauern selbst zu organisieren und Lösungen für ihre Probleme zu suchen.
Wilemer Sektion des Bauernbundes
Eine dieser Lösungen war die Gründung landwirtschaftlicher und milchwirtschaftlicher Genossenschaften, eine andere diejenige von politischen Parteien. Beide hingen stark zusammen, so ging nicht zuletzt die Landwirtschaftliche Genossenschaft Wila aus einem politisch orientierten Gemeindsverein Wyla hervor. Fragen über Zölle, Versicherungen oder Steuern mussten auch lokal verhandelt werden.
Als 1891 im Kanton Zürich ein Bauernbund gegründet wurde, fanden sich die Bauern von Wila rasch zu einer Sektion Wila zusammen. Der Bauer Konrad Keller aus Oberglatt hatte 1889 eine Broschüre publiziert mit dem Titel «Die Bauernsklaverei der Neuzeit oder die Bauern im Kampf mit den Federhelden», in welcher er «zunächst für Zürich eine rein bäuerliche politische Organisation ohne ‹Federfuchser› und ohne Dominanz der Grossbauern» verlangte.

