Die Urbanisierung ist eines der grossen Themen in Uster, ein politischer und gesellschaftlicher Dauerbrenner. Die drittgröste Stadt des Kantons, die aktuell rund 35'000 Einwohner zählt, soll in den nächsten Jahren noch weiter wachsen.
Das Projekt «Stadtraum 2035» befasste sich in den letzten Jahren mit einer Stadt mit 7000 zusätzlichen Einwohnern. Und dass die Stadt in die Höhe wachsen soll, sieht man in Uster an verschiedenen Orten. Auf dem Zeughausareal, der angrenzenden Zone um die Gerichts- und die Berchtoldstrasse sowie auf dem bereits abgesteckten Gebiet gegenüber des Stadthofsaals an der Theaterstrasse: In all diesen Zonen sind Hochhäuser geplant, ähnlich denen, die im Kern-Süd erst Anfang 2019 fertiggestellt wurden.
Der auffallende Anteil an Hochhäusern ist auch dem Prinzip des verdichteten Bauens geschuldet. Denn die Stadt Uster möchte ihren bestehenden Umfang, den Stadtperimeter, nicht weiter ausdehnen. Heute ist Uster deswegen die einzige Agglomerationsgemeinde im Umland der Stadt Zürich, die noch nicht mit ihren Nachbargemeinden zusammenhängend überbaut ist. Aus diesem Grund muss innerhalb der Stadt entweder mehr Grünraum überbaut werden oder man baut eben in die Höhe.
Eigentlich schon 1930 eine Stadt
Der Bau von Hochhäusern ist für Uster nicht neu und hängt mit der Definition als Stadt eng zusammen: Uster war bereits im späteren Verlauf des 19. Jahrhunderts, spätestens 1890, kein Dorf mehr, sondern ein Ort mit städtischen Strukturen. Ein Dorf mit Krankenhaus, Eisenbahnanschluss, einer geregelten Stadtplanung und politischer Zentrumsfunktion als Bezirkshauptort.

