Es gibt Leute in der Schweiz, es sind nicht wenige, die würden Daniel Koch gerne in Gold giessen. Ihm ein Denkmal bauen, mitten auf dem Bundesplatz, ihn zum Schweizer des Jahres wählen, zum Schweizer des Jahrhunderts. Diese Leute versammeln sich auf Facebook oder sonst wo, und dort preisen sie seine wunderbare Stimme, seine Ruhe, seinen Stoizismus, seine Kompetenz und seine Unbeirrbarkeit.
Sie basteln farbige Bildchen mit aufbauenden Sprüchen. Danke, Herr Koch, danke, Herr Koch, für alles. Diese Leute warten sehnsüchtig auf jede Silbe, die er vonsich gibt und schicken sich anschliessend Whatsapp-Nachrichten mit fröhlichen Symbolen. So ein toller Mensch. Herzchen, Herzchen, Daumen hoch.
Es gibt Leute in der Schweiz, es sind auch nicht wenige, denen ist das alles zu viel. Die finden Daniel Koch widersprüchlich und ungenau und nicht vertrauenswürdig. Eine Zumutung. Diese Leute versammeln sich auf Twitter oder sonst wo und schütteln digital den Kopf. Total chaotisch sei die Kommunikation von Koch und dem Bundesamt für Gesundheit, weg müsse der, sofort; absolut unverantwortlich.
«Jetzt muss man Herrn Koch aus dem Verkehr ziehen», schreibt beispielsweise der Kommunikationsberater Manfred Messmer auf seinem Blog. «Die Sache mit den Kindern hat er verbockt.» Weil ernicht mehr zwischen Koch, dem Privatmann, und Koch, dem Beamten, unterscheiden könne. «Das ist gefährlich. Für ihn und für uns.»
Pensionierung ist Randnotiz

