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Politik

Kleine Käfer vernichten gefährliche Pollenschleuder

Die Ambrosia-Pflanze ist ein Albtraum für Allergiker. Schweizer Forscher zeigen nun, dass in Italien bereits Heerscharen einer invasiven Käferart am Werk sind, um das schädliche Kraut erfolgreich wegzufressen.

Manchmal ist es das Beste, den Feind mit den eigenen Waffen zu schlagen. Zumindest ist dies bei der für viele Allergiker so lästigen und in Europa gebietsfremden Ambrosia-Pflanze der Fall. So kann ein rund vier Millimeter kleines Krabbeltier mit dem wissenschaftlichen Namen Ophraella communa, das ursprünglich auch aus Nordamerika kommt, die Pflanze in Schach halten.

Denn im Laufe der Evolution hat sich der Blattkäfer mit den Streifen auf den Deckflügeln ganz und gar nur auf das Kraut spezialisiert, das zu schwerwiegenden Problemen für die menschliche Gesundheit führt. Nun soll der sechsbeinige Winzling in Zukunft auch bei uns vielerorts die gefährliche Pflanze bekämpfen.

«Vermutlich kam er als blinder Passagier mit.»

Heinz Müller-Schärer, Biologe

Im Sommer 2013 wurde der Blattkäfer das erste Mal in der Nähe des Flughafens von Milano Malpensa entdeckt. «Vermutlich kam er als blinder Passagier mit», sagt der Biologe Heinz Müller-Schärer von der Universität Freiburg. Obwohl der Käfer somit genauso wie die Ambrosia-Pflanze eine invasive Art sei, wäre dies geradezu ein Glücksfall. Denn er fresse in einigen Gegenden im Norden Italiens bereits jetzt schon alle Ambrosia-Pflanzen ratzekahl weg.

Von ihnen bleibe dann häufig nur der Stängel übrig, da die Käfer zu Dutzenden auf einer einzigen Pflanze hocken und die Blätter im rasanten Tempo vertilgen. «Wer dort mit einem Schmetterlingskescher durch das Feld geht, hat sofort Tausende von ihnen im Netz» erklärt Müller-Schärer. Auch im Tessin stiess eine Kontrolleurin des kantonalen Pflanzenschutzdienstes unmittelbar nach dem Erstfund in der Lombardei bei einer Routinekontrolle auf die invasive Art.

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