Die Schweiz ist kein typisches Veloland. In Holland oder Dänemark ist der Anteil der regelmässigen Velofahrer viel höher als hier. Doch mit der Corona-Krise hat sich das schlagartig geändert. Auch die Schweiz wird zum Veloland.
Bislang war es ein subjektiver Eindruck, dass vor allem am Wochenende auf den Strassen viel mehr Velos unterwegs sind. Ein laufendes Forschungsprojekt des Instituts für Verkehrsplanung und Transportsysteme der ETH Zürich belegt diesen Boom jetzt erstmals mit Zahlen.
Tram und Zug unbeliebt
Die wichtigste Erkenntnis aus der Coronavirus-Studie: In der Zeit seit dem Lockdown Mitte März bis zur vergangenen Woche hat sich die durchschnittliche Tagesdistanz der mit dem Velo zurückgelegten Strecken fast verdreifacht.
Bei allen anderen Transportmitteln sind die Tagesdistanzen eingebrochen – am wenigsten genutzt werden heute Tram und Zug. Und selbst die zu Fuss zurückgelegten Tagesdistanzen haben zwischenzeitlich deutlich abgenommen, sind aber mittlerweile wieder auf dem vorherigen Niveau.

