«Papi, verzell no mol vom Aktivdienscht», pflegten die erwachsenen Söhne eines Freundes zu sagen, wenn er zum x-ten Mal den gleichen Schwank aus seinem Leben zum Besten gab. Er grinste und meinte: «Jo ich weiss, bi halt scho en alte Chlaus.»
Offensichtlich hatte er Recht, denn seine Erinnerung an vergangene, aktive Zeiten schienen ihm mehr zu bedeuten als Pläne für neue Taten.
Wahrscheinlich ist das Altwerden ein fliessender Übergang, die Gedanken an Vergangenes tauchen immer öfter auf. Die Unbeschwertheit, nach einem Scheitern einfach etwas Neues auszuprobieren, weicht dem gründlichen Überlegen – ob der neue Plan etwas taugt, welche Chancen er hat und ob es nicht zu riskant sei, wieder daneben zu greifen.
Die Spontaneität scheitert an den eigenen Erfahrungen sowie am verbleibenden Zeithorizont. Zurzeit sowieso, die Beschäftigung mit der Vergangenheit ist intensiver als auch schon.
Die Freude an Künftigem wird durch bundesrätliche Empfehlungen gedämpft. So gesehen bringt die Corona-Krise mit ihrem «Bleiben Sie zu Hause»-Mantra einen unerwünschten Altersschub. Ist die Krise vorbei, werden wir wieder jünger. (Guy A. Lang)

