Es hat ja was Nostalgisches: Man fährt im eigenen Fahrzeug auf den Stellplatz, schaltet das Radio ein und lässt sich zum Filmgeschehen auf der Grossleinwand Milkshakes oder Hotdogs von Rollergirls (oder Popcorn-Boys) an den Wagen bringen. In den 50er- und 60er-Jahren waren solche Drive-ins in den USA derart beliebt, dass es einem Volkssport gleichkam.
Jetzt aber feiert das Autokino ein Comeback – umso mehr, als zu Zeiten von Corona auf normalen Kino-Leinwänden nichts läuft und auch sonst keine Veranstaltungen abgehalten werden dürfen. Da erscheint das Drive-in, das noch öffnen darf, als Pièce de Résistance der Kultur – jedenfalls in Deutschland, wo Rekordzahlen vermeldet werden.
Der Andrang ist so hoch, dass wir sogar unter der Woche zwei Abendvorstellungen anbieten können.»
Heiko Desch, Drive-in-Autokino-Gruppe Deutschland
«Wir haben aktuell wesentlich höhere Besucherzahlen als 2019», sagt Heiko Desch von der Drive-in-Autokino-Gruppe, die in Deutschland fünf Anlagen betreibt. Derzeit haben allerdings nur Stuttgart, Köln, Frankfurt und Essen geöffnet; die Münchner Filiale musste aufgrund eines Erlasses der bayrischen Regierung schliessen.
In den nach wie vor aktiven Autokinos gelten strenge Auflagen, die man sich gemäss Desch vorausschauend selbst verordnet hat: Wo Platz für 1200 Autos wäre, dürfen nur knapp 300 rein. Erlaubt sind maximal zwei Personen pro Wagen (plus eigene Kinder), der Abstand zwischen den Autos muss 1,5 Meter betragen, Tickets werden nur online verkauft und am Eingang durch die Scheibe gescannt, die Snackbars sind geschlossen. «Der Andrang ist trotzdem so hoch, dass wir derzeit sogar unter der Woche zwei Abendvorstellungen anbieten können», sagt Desch. Der erste Film beginnt ungefähr um 21 Uhr, der zweite kurz nach Mitternacht.

