Es gibt auch in der Krise Menschen, die besonders gut performen. Man hört von Japanisch-Lernern im Selbststudium, sieht auf Facebook Leute, die herzhaft in ihr selbst gebackenes Brot beissen, nun, da sie Zeit dafür haben; Bekannte erzählen von Plänen, ihren Balkon in ein demnächst blühendes Paradies zu verwandeln, sie hätten eine gute Gärtnerei, die liefere.
Der eine oder andere scheint es sich auch im Ohrensessel gemütlich zu machen. Wann, wenn nicht jetzt, ist der ideale Zeitpunkt, Thomas Manns «Zauberberg» zu lesen (thematisch naheliegend) oder (noch naheliegender) in Albert Camus’ «Die Pest» zu schmökern?
Es geht darum, das Dabeisein zu dokumentieren
Als sei das Wesen der momentanen Krise lediglich eine Verlagerung von einem Leben mit Öffentlichkeit in eines ohne, prasseln nun fortwährend Angebote ein, sich dann eben zu Hause fortzubilden oder zu stählen.
Fitnessstudios bieten Online-Tutorials für Gymnastik auf dem Wohnzimmerteppich, und das Kulturangebot, nun komplett ins Internet gewandert, ist dermassen ausladend, dass jeder, der davon nicht wenigstens ein bisschen Gebrauch macht, sofort ein schlechtes Gewissen kriegen muss.

