Normalerweise denkt man an den Ellbogen ja nur, wenn man ihn anschlägt. Höllisch weh tut das, als wollte sich dieser vernachlässigte Körperteil rächen dafür, dass man ihn so wenig beachtet.
Er hätte ja recht. Ob in der Kunstgeschichte oder in unserer körperbetonten, ja körperfixierten Gegenwart: Er spielt schlicht keine Rolle. In den Gedichten der Romantiker werden Augen oder Haare besungen, wir gehen in die Mani- und die Pediküre, während Influencerinnen sich um Augenbrauen oder den Thigh Gap kümmern. Es gibt Übungen für den Bizeps, den Rücken, die Kiefermuskulatur – und jede(r) weiss, was schöne Beine sind.
Eine Haut wie ein Elefantenbein
Ellbogen dagegen sind nicht schön, ein Vierjähriger hat das einmal treffend formuliert: Die Haut dort sehe bei Erwachsenen aus wie bei einem Elefantenbein. Für die Kosmetikindustrie sind sie dennoch ebenso uninteressant wie für Diätologen, da schlicht nicht formbar. Auch trainieren kann man sie nicht (aber falsches Training anderer Glieder beschert einem einen Tennisarm, auch das tut weh). Und für ein bisschen Poesie sorgte höchstens jenes kleine Mädchen, das einmal erzählt hat, es habe den Regenbogen angeschlagen.

