Schon bald soll uns das Handy warnen, wenn wir uns mit dem Coronavirus angesteckt haben. Eine App, die das kann, ist ein wichtiger Pfeiler der Exit-Strategie des Bundesrates, um den Lockdown zu beenden. Seit Dienstag steht fest, auf welche App das Bundesamt für Gesundheit (BAG) dabei setzen will:
Die App heisst – im Moment noch – DP-3T und ist eine Entwicklung von Forschern der Eidgenössischen Technischen Hochschulen Lausanne (EPFL) und Zürich (ETH). Am 11. Mai, wenn die zweite Phase der Lockerung beginnt, soll sie bereit sein. Die Forscher setzen auf ein dezentrales Modell, das die Privatsphäre der Nutzer schützt. Im Moment laufen weltweit Entwicklungsarbeiten für Lösungen, die Contact-Tracing ermöglichen werden.
Bedenken wegen des Datenschutzes
Grundsätzlich gibt es zwei Modelle: einen dezentralen und einen zentralen Ansatz. Das Schweizer Forscherteam, zu dem auch der Epidemiologe Marcel Salathé gehört, war letzte Woche aus dem europäischen Projekt Pepp-PT, das einen zentralen Ansatz verfolgt, ausgestiegen. Die Wissenschaftler hatten Bedenken wegen des Datenschutzes.
Am Montag veröffentlichten 300 renommierte Sicherheitsforscher weltweit einen offenen Brief, in dem sie eindringlich vor zentralen Lösungen warnen: «Es ist absolut entscheidend, dass wir als Ausweg aus der momentanen Krise nicht ein Werkzeug schaffen, welches jetzt oder zu späteren Zeiten ermöglichen würde, Daten über die Bevölkerung in grossem Stil zu sammeln», schrieben die Wissenschaftler, unter ihnen 17 Schweizer.

