Es war ein Bild des Grauens, das sich am Morgen des 22. April 1870 im Herschmettler Oberdorf bot: stinkende, rauchende Trümmer soweit das Auge reicht, Haufen von Hausrat an allen Ecken, Feuerwehrleute, die jedes neu aufflammende Feuer sofort zu ersticken trachten, dazu händeringende Obdachlose, die erste Aufräumarbeiten verrichten.
Das Unheil hatte am späten Vorabend um halb zwölf begonnen. Anna Baumann hatte sich unwohl gefühlt, war aufgewacht und von einem hellen Schein durchs Fenster irritiert worden.
Eine kleine Nachbarscheune stand in hellen Flammen. « Herrjessis » , schrie sie. Ihr Mann, Hansruedeli-Hannis genannt, erwachte. Flugs war er auf den Beinen und eilte aus dem Haus. Er schrie « Fürioo, fürioo » . Doch es dauerte eine ganze Weile, bis erste Helfer herbeieilten.
Denn an diesem Tag war in Herschmettlen Schulexamen gewesen, ein Anlass, der anschliessend in der Dorfwirtschaft « Weinschenke » gefeiert werden wollte. So waren die Herschmettler jetzt, kurz vor Mitternacht, noch nicht lange im Bett.
Trockenheit und Wind als Beschleuniger

