Die Anfänge der Landi Wila-Turbenthal sind wenig dokumentiert. Zuerst nannte sich der Vorgängerverein Gemeindsverein Wyla. Als 1867 der Männerchor Wila wieder einmal unter Mitgliederschwund litt, kam es zur Überlegung, ob man diesen Verein nicht zu einem Gemeindsverein öffnen wollte, der nicht nur Singen und die «Veredelung des gesellschaftlichen Lebens» als Zweck hatte, sondern im Ganzen für die Gemeinde Wila tätig sein könnte.
Der Männerchorverein erholte sich zwar, aber 1870 wurde offenbar doch ein Gemeindsverein Wila gegründet, der sich zunächst bauernpolitischen Fragen und Zielen zuwendete, welche der Mehrheit der lokalen Bevölkerung zugute kamen. Daraus entstand ab 1880 eine praktische Tätigkeit, nämlich der gemeinsame Betrieb einer Brennerei, eine Waldpflanzschule, Holzverkauf, gemeinsamer Düngereinkauf und gemeinsame Nutzung von landwirtschaftlichen Maschinen.
Gemeinsam zum Erfolg
Die Bauern reagierten damit auf eine damalige Krisensituation: Weil die Bevölkerung und die Städte wuchsen, mussten sie mehr anbauen und verkaufen. Dazu brauchten sie aber Dünger und Wissen, wie man den Anbau verbesserte. Gleichzeitig wurde die Schweiz wegen der besseren Verkehrswege (Eisenbahnen, Schiffe) mit billigen Lebensmitteln aus dem Ausland überschwemmt, die Ernte brachte plötzlich zu wenig ein.
Nur gemeinsames Handeln konnte da Erfolg bringen. Der Gemeindsverein wurde zum Landwirtschaftlichen Gemeindsverein und dieser zur Landwirtschaftlichen Genossenschaft Wila, ab 1885 im Zürcher Handelsregister eingetragen. Sogenannte Wanderlehrer bildeten die Landwirte auf Einladung an Ort zu allen möglichen Themen weiter.

