Unter Depot verstand man früher ein Lager für landwirtschaftliche Hilfsstoffe wie Dünger und Tierfutter oder einen Ort, wo man Konsumwaren kaufen konnte. Die Genossenschafter holten ihren Bedarf als Landwirte jeweils in einer Scheune oder schon direkt im Eisenbahnwagen am Bahnhof Wila oder Turbenthal ab. Die Konsumwaren konnten alle Einwohnerinnen und Einwohner bei einer Theke beziehen, die Waren befanden sich in einem Magazin oder wurden einzeln abgefüllt und verkauft.
Depots gab es in der Region verschiedene: In Turbenthal befanden sich zwei (bei Herr Zimmermann und Frau Ruckstuhl) und jeweils eines im Thalgarten (Luise und Rudolf Bosshard), Sitzberg, Hutzikon (Jakob Baumann, Sticker), Oberhofen und Tablat. Ab 1893 gab es auch in Neubrunn (E. Kellenberger, Sticker) ein Depot.
Unterschiedlich lange Nutzung
Neubrunn hatte eine eigene Landwirtschaftliche Genossenschaft, welche heute mit jener von Bichelsee/Balterswil zusammenarbeitet. Die Verkaufslokale auf dem Gemeindegebiet Turbenthal wurden unterschiedlich lange benutzt. Im Zeitraum von 1928 bis 1942 sind drei Depots belegt: Turbenthal, Thalgarten und Sitzberg. Letzteres führte von 1943 bis 1957 Jakob Würmli-Hubmann.
Das Depot Thalgarten wurde nach dem Tod der Depothalterin Luise Bosshard 1944, deren Bruder und Mitarbeiter Rudolf schon 1943 gestorben war, nach Tablat in eine Wohnung im Schlössli verlegt. Der Landwirtschaftliche Verein Turbenthal richtete 1951 dort eine Verkaufsbaracke ein.

