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SBB wollen für Entlastung am Bahnhof Effretikon sorgen

Der Bahnhof Effretikon soll umgebaut werden. Allerdings nicht vor 2036. Bis dahin stellen die SBB nun aber in Aussicht, an dessen Benutzerfreundlichkeit zu arbeiten.

Die SBB, Stadt und Politik sind sich einig: Die Situation am Bahnhof Effretikon ist unbefriedigend., Lange Umsteigezeiten belasten die Pendler., Fehlende Rampen und Fahrstühle machen das Umsteigen mit Gepäck besonders mühsam., Nun stellen die SBB weitere Massnahmen in Aussicht.

Archivfoto: Christian Merz

SBB wollen für Entlastung am Bahnhof Effretikon sorgen

Ernüchtert. Es scheint das zutreffendste Wort zu sein, um die Stimmungslage der politischen Akteure zu beschreiben, die sich derzeit mit dem Bahnhof Effetikon auseinandersetzen. Tiefbauvorstand Erik Schmausser (GLP) benutzt es im Gespräch mit Züriost gleich mehrmals. Ebenso Gemeinderat Markus Annaheim (SP), der zuletzt einen Vorstoss zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit des Bahnhofs eingereicht hatte.

Die Situation rund um den Bahnhof Effretikon, dessen teils weite Umsteigewege und allgemeine Erschliessung seit Jahren die Gemüter bewegt, ist für diverse Seiten unbefriedigend. Auch die taktgebenden Bundesbahnen zeigen sich selbstkritisch:  « Wir verstehen den Unmut und anerkennen den Handlungsbedarf », so SBB-Sprecher Oli Dischoe.

Der Traum vom benutzerfreundlichen Bahnhof

29.03.2020

Eine Rampe über die Gleise Effretikons?

Schon lange will die Stadt ihre Unterführung beim Bahnhof ausbauen, doch die SBB verhindern bishe Beitrag in Merkliste speichern Lösungsansätze, wie man den Pendlerströmen in den kommenden Jahren begegnen will, sind vorhanden (siehe Box). Bis zum geplanten Komplettumbau des Bahnhofs, der insbesondere in den Unterführungen und auf den Perrons für mehr Luft sorgen soll, dürften aber noch mindestens 16 Jahre ins Land ziehen. Bis dann sollte der Ausbau des Brüttener Tunnels, den die SBB im Auftrag des Bundesamtes für Verkehr (BAV) priorisieren, abgeschlossen sein.

« Wir suchen intensiv nach Massnahmen. »
SBB-Sprecher Oli Dischoe

Ein Vorzug der Sanierungspläne rund um den Bahnhof Effretikon sei deshalb keine Option: «Die termingerechte Inbetriebnahme des Brüttenertunnels ist Voraussetzung, dass in weiten Teilen des Landes das künftige Angebotskonzept des Schienenverkehrs überhaupt eingeführt werden kann», begründet Dischoe.

Gebundene Hände

In dieser Hinsicht sind auch dem Stadtrat « die Hände gebunden » , so Tiefbauvorstand Schmausser. « Die Sicherheitsvorschriften des BAV sind sehr strikt. »   Zwar prüfen die SBB gemeinsam mit dem BAV und dem ZVV, ob und welche Massnahmen allenfalls schon vor Inbetriebnahme des Brüttenertunnels umgesetzt werden können. « Wir suchen intensiv nach Massnahmen, welche die Situation kurz- bis mittelfristig verbessern können » , so Oli Dischoe.

« Diesen Fakten müssen wir uns beugen. »
Tiefbauvorstand Erik Schmausser (GLP)

Dennoch seien grössere Sperrungen und Umbauten im Bahnhof Effretikon nach aktuellem Kenntnisstand erst möglich, wenn dank dem Brüttenertunnel weniger Züge durch den Bahnhof verkehren.  Unter den aktuellen Bedingungen sei auch der Bau einer Passarelle nicht möglich, so Erik Schmausser weiter. « Diesen Fakten müssen wir uns beugen. »

Der Stadtrat sei deshalb nicht gewillt, die eingereichte Motion für eine bessere Anbindung am Bahnhof Effretikon entgegenzunehmen. « Der Stadtrat teilt die Anliegen der Motionäre. Aber es bringt nichts, wenn wir für ein Projekt viel Geld ausgeben, das nie bewilligt werden wird » , sagt Schmausser.

Thema ist nicht vom Tisch

Für Motionär Markus Annaheim, der zusammen mit CVP, EVP, GLP und Grünen eine bessere Erschliessung des Bahnhofs gefordert hat, ist die Rückweisung des Stadtrates noch keinen Grund, die Segel zu streichen. Eine Überarbeitung seines Vorstosses will er nicht ausschliessen.

« Es ist wichtig, dass die Stadt an den Plänen der SBB dran bleibt. »
Markus Annaheim, SP-Gemeinderat

« Es ist wichtig, dass die Stadt an den Plänen der SBB dran bleibt und ihre Sicht miteinbringen kann. »  Im Auge behalten will Annaheim insbesondere die Benutzerfreundlichkeit des Bahnhofs sowie dessen Zugänglichkeit.

Jetzt schon planen

Mit den geplanten Bauprojekten rund ums Zentrum und den zusätzlichen Arbeitsplätzen, welche die Stadt schaffen will, dürfte aber auch die Kapazität der bestehenden Infrastruktur auf den Prüfstand gestellt werden. Bis 2036 rechnen die SBB gemäss eigenen Aussagen mit rund 23‘000 Reisenden pro Tag.

Dass die Sanierung des Bahnhofs ein zeitsensitives Thema ist, weiss auch Tiefbauvorstand Erik Schmausser: « Genau deshalb drängen wir darauf, dass d ie SBB unter Einbezug der Stadt  mit der Planung jetzt schon starten, damit im 2036 sofort die Bauarbeiten beginnen werden. »

Die Vorstudie starte im Sommer, wie SBB-Mediensprecher Dischoe sagt. Diese habe zum Ziel die Bestvariante für eine Gesamterneuerung des Bahnhofs Effretikon zu erarbeiten. « Sicher ist, dass der Bahnhof hindernisfreie und grosszügige Publikumsanlagen erhalten soll, die dem Behindertengleichstellungsgesetz, den Sicherheitsvorschriften und dem Reisendenaufkommen entsprechen. » Dazu stehe man im Austausch mit der Sadt , « um alle denkbaren Ansätze berücksichtigen zu können. »

So soll sich die Situation am Bahnhof Effretikon vorerst verbessern

– Ab zirka 2022/3 wird eine bessere Anbindung der Brandrietstrasse an die Rosenwegunterführung möglich. Pendler können direkt entlang des Gleisfelds zur Unterführung und von dort aus auf die Perrons gelangen. Zudem wird in diesem Baufeld eine neue unterirdische Velostation für 200 Fahrräder gebaut.
– Mittelfristig soll ein neuer Bushof, der näher bei der Rosenwegunterführung zu liegen kommen wird, die Umsteigbedingungen zu Bahn und Bus verbessern.
– Auch auf der westlichen Bahnhofseite wird es mit dem neuen Busbahnhof mittels einer Rampe möglich sein, direkt entlang des Gleisfelds von der Rosenwegunterführung zum Perron 1 zu gelangen.
– Derzeit prüfen die SBB eine mögliche Verlängerung der Perrons 5 und 6, wo die viel frequentierte S3 hält. Längere Perrons würde zur besseren Verteilung der Pendler beitragen.

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