Sie rufen in einer Videobotschaft dazu auf, die Kinder zum Arzt oder ins Spital zu bringen, wenn sie krank sind.
Georg Staubli: Eigentlich müssen wir Eltern ja jeweils bitten, nur in den Notfall zu kommen, wenn es wirklich nötig ist. Dass es einmal umgekehrt sein könnte, hätte ich nicht gedacht.
Wie kam es dazu?
Wir hatten zuletzt ein paar Fälle, bei denen die Kinder früher hätten vorbeikommen sollen. Es waren keine lebensbedrohenden Situationen wie teils in anderen Spitälern. Aber dennoch. Ein Kind hatte sich den Fuss verknackst und lief seit drei Tagen nicht mehr. Ein anderes hatte Fieber und Husten, dazu eine tiefe Sauerstoffsättigung. Früher wären Eltern in solchen Fällen sofort ins Kinderspital geeilt.
Wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr sind sie zu Hause geblieben?
Wir gehen davon aus. Jedenfalls ist das keine gute Entwicklung. Deshalb der Aufruf und der Hinweis, dass eine Covid-19-Erkrankung bei Kindern nicht schwer verläuft und wir darauf vorbereitet sind. Wir haben einen speziellen Zugang für Covid-Verdachtsfälle organisiert.
Wie stark ist der Rückgang bei der Notaufnahme?
Bis zu 50 Prozent. Über Ostern hatten wir wieder etwas mehr Patientinnen und Patienten, etwa 100. Normalerweise sind es über Ostern zwischen 150 und 160.
Was waren die häufigsten Ursachen?
Hauptsächlich Verletzungen, die beim Spielen entstanden sind, teils aber auch wegen Durchfall oder schweren Hustens – ausgelöst durch eine normale Grippeinfektion.

