Wenn es um das Coronavirus geht, hört Angela Merkel auf die Leopoldina. Die naturwissenschaftliche Akademie im sächsischen Halle, benannt nach Kaiser Leopold I., ist für die deutsche Bundeskanzlerin eine massgebliche Referenz bei den anstehenden Entscheidungen.
Am Mittwoch beraten Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer über mögliche Auswege aus dem Lockdown – und wie die Regierungschefin vor Ostern explizit festhielt, werden für sie die Empfehlungen der Leopoldina eine wichtige Grundlage sein.
Warten auf den Bundesratsentscheid
Für die Deutschen dürfte das insbesondere bedeuten, dass sie sich auf absehbare Zeit an Gesichtsmasken gewöhnen müssen. Denn das inzwischen veröffentlichte Leopoldina-Papier ist in diesem Punkt eindeutig: Das öffentliche Leben soll zwar langsam wieder hochgefahren werden – doch das Tragen von Mund- Nasen-Schutz soll «in bestimmten Bereichen wie dem öffentlichen Personenverkehr Pflicht werden».
Auch Schweizerinnen und Schweizer werden in bestimmten Alltagssituationen künftig nicht mehr um die Masken herumkommen. Hier entscheidet der Bundesrat am Donnerstag – dass ab 26. April erste Lockerungen anstehen, ist bekannt; nun geht es um den detaillierten Fahrplan. Noch wird zwischen den Departementen und Ämtern um viele Einzelheiten gerungen. Doch Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit liess am Dienstag vor den Medien bereits durchblicken, dass Gesichtsmasken im bundesrätlichen Konzept eine wichtigere Rolle als bisher spielen werden.

