Ausliker kämpfen weiter für Postauto-Anschluss
Die Ausliker lassen in Sachen Anbindung an den öffentlichen Verkehr nicht locker. Vor einem Jahr hat Anwohnerin Katharina Wüst zusammen mit Kollegen insgesamt 322 Unterschriften an den Pfäffiker Gemeinderat eingereicht, in denen sie bessere Verbindungen zum Bahnhof Pfäffikon fordern. Ein Teilerfolg konnte erreicht werden (siehe Box).
Trotzdem hat Wüst nun ein erneutes Schreiben an den Gemeinderat aufgesetzt. Denn ihr Hauptproblem ist nach wie vor nicht gelöst. Der Abendkurs von Pfäffikon nach Auslikon – 19.36 Uhr ab Bahnhof – kehrte nach dem Versuchsbetrieb nicht mehr zurück. Aufgrund der «aktuell sehr angespannten finanziellen Situation der Gemeinde» könne der Gemeinderat die Kosten für einen erneuten Versuchsbetrieb nicht stemmen, hiess es letztes Jahr in der Begründung.
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 fährt die S3 aufgrund eines Engpasses in Effretikon eine Minute früher ab als zuvor – zu früh für das Postauto, das den Auslikern als Anschluss nach Pfäffikon dienen sollte. Dies führte dazu, dass die Fahrgäste regelmässige Sprints zum abfahrenden Zug hinlegen mussten. Durch die Initative im letzten Frühling hat sich der Pfäffiker Gemeinderat beim ZVV eingesetzt, dass auch der Bus eine Minute früher abfährt, was seit Dezember 2019 wieder der Fall ist.
Im Onlinefahrplan wird jedoch immer noch eine andere Verbindung für den Weg nach Auslikon angezeigt, da die Umsteigezeit von 2 Minuten für das System nach wie vor zu kurz ist – auch wenn der Anschluss mittlerweile wieder gewährleistet ist. Der Wunsch um Anpassung im System hat die Gemeinde auf Initiative von Katharina Wüst der Postauto AG weitergeleitet. Diese wäre aber frühestens im Dezember im Rahmen des Fahrplanwechsels möglich, wie Bauvorstand Lukas Steudler (FDP) ausführt.
«Die Randzeiten werden immer noch ungenügend abgedeckt», sagt Wüst. Das Postauto fährt momentan lediglich an den Wochentagen am Morgen jeweils von Wetzikon her kommend um 6.17 Uhr, um 7.17 Uhr und um 8.17 Uhr von Auslikon nach Pfäffikon – am Abend um 15.36 Uhr, 16.36 Uhr, 17.36 Uhr und 18.36 Uhr vom Bahnhof zurück nach Auslikon. Dies führe dazu, dass Ausliker, die nicht in den Stosszeiten unterwegs sind, entweder mit dem Auto nach Pfäffikon fahren müssen oder jemand aus dem Umfeld diesen Fahrdienst übernimmt.
Zum Wildparkieren gezwungen
«Ich bin schon aus dem Zug gestiegen und habe drei meiner Nachbarn mit dem Auto auf Angehörige warten sehen.» Wer selber mit dem Auto den Park&Ride-Parkplatz nutzen will, müsse zudem früh sein. «Leider ist es nach 9 Uhr fast unmöglich, einen Parkplatz zu finden. Alle sind belegt», sagt Katharina Wüst. «Das zwingt uns, in der Gemeinde wild zu parkieren.»
In ihrer Anfrage an den Gemeinderat, die von rund 20 Personen des Ausliker Dorfvereines mitunterzeichnet ist, legt sie vier Szenarien dar, wie dem Problem entgegengewirkt werden könnte. Da ist einerseits der durchgehende Stundentakt der Linie 859 während der ganzen Woche plus ein Halbstundentakt während den Hauptzeiten an Arbeitstagen. «Dies käme nicht nur der arbeitenden Bevölkerung, sondern auch dem Freizeitverkehr entgegen», sagt Wüst.
«Die Gemeinde muss dafür sorgen, dass alle Aussenwachten gut erreichbar sind. Dies muss nicht kostendeckend sein.»
Katharina Wüst
Ein weiterer Vorschlag wäre die Einführung eines Ortsbusses, der die Linie 859 tagsüber, abends oder am Wochenende ergänzt. Dieser müsste dann gar nicht weiter nach Wetzikon fahren. «Insbesondere könnten ältere Ausliker wieder Geschäfte, Post oder Kirche wieder besser erreichen – Ihnen bleibt ansonsten nur der Umzug ins Altersheim.»
Der dritte Vorschlag ist eine Träumerei, was Katharina Wüst auch offen zugibt: Ein neuer Bahnhof Auslikon, an dem die S3 hält. «Diese Variante wäre für uns natürlich die beste Lösung. Auch wenn es nur ein kleiner Bahnhof mit Halt auf Verlangen gäbe.»
Im vierten und letzten Punkt ist dann bereits wieder fertig mit Wunschdenken. «Unabhängig von den obigen Varianten sind im Bereich Bahnhof Pfäffikon genügend Parkplätze anzubieten», fordert Wüst im Schreiben an die Gemeinde.
Kritik am Gemeinderat
Grundsätzlich richtig sich ihre Hauptkritik nicht etwa an die öffentlichen Dienstleister, sondern direkt an den Gemeinderat. «Die Gemeinde muss dafür sorgen, dass alle Aussenwachten gut erreichbar sind. Dies muss nicht kostendeckend sein.» Ein entsprechender Artikel im «Zürcher Oberländer» Mitte Februar darüber, dass Zug- und Buslinien in der ganzen Region kaum kostendeckend sind und trotzdem unterhalten werden, habe ihr den Anstoss dazu gegeben, sich noch einmal in dieser Sache einzusetzen. .
«Wir wollen die heutigen Verbindungen aufrechterhalten.»
Lukas Steudler (FDP), Bauvorstand
Seitens der Gemeinde Pfäffikon steht eine offizielle Antwort noch aus. Grundsätzlich verweist Bauvorstand Lukas Steudler (FDP) auf die Antwort der Petition vom letzten Jahr. « Nachdem die Gemeinden Wetzikon, Hittnau und Pfäffikon den Versuchsbetrieb der Linien 858 und 859 während vier Jahren finanziert haben, sprangen die Gemeinden für ein weiteres Jahr ein, bis die Buslinien ins ZVV Angebot aufgenommen wurden .» Ein weiterer Ausbau der Linie 859 sei aufgrund der Fahrgastzahlen im Moment nicht vorgesehen . Die Buslinie weise vor allem im ersten und letzten Abschnitt der Route, also bei den ersten paar Haltestellen vor und nach den Bahnhöfen Wetzikon und Pfäffikon, die notwendigen Pendlerzahlen auf.
«Wir wollen die heutigen Verbindungen aufrechterhalten», sagt Steudler. «Aber mehr ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.» Eine ausführliche Stellungnahme an Katharina Wüst werde die Gemeinde noch verfassen.
