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Politik

Wie es zum Masken-Debakel kam

Noch vor ein paar Jahren wollte der Bund selber für genügend Schutzmasken in der Schweiz sorgen. Doch dann begnügte er sich mit unverbindlichen Empfehlungen.

Ende Januar versuchte das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) zu retten, was nicht mehr zu retten war. Es verschickte ein Schreiben an die Schweizer Spitäler. «Versorgung der Schweiz mit Hygiene- und Atemschutzmasken» stand im Betreff. Mit Blick auf das sich ausbreitende neue Coronavirus in China empfehle man, die Lagerbestände an Masken zu überprüfen und falls nötig aufzustocken, schrieb das BWL kurz und knapp.

Was nicht im Brief vom 27. Januar stand: Es galt, die bisher jahrelang verschleppte Pandemievorsorge nachzuholen. Doch die Post kam zu spät. Ende Januar war der Markt für medizinisches Schutzmaterial bereits völlig ausgetrocknet, weil sich schon die halbe Welt auf die drohende Pandemie vorbereitete.

Viele Schweizer Spitäler konnten sich deshalb nicht mit dringend benötigtem Schutzmaterial eindecken – und gerieten schon kurz nach Ausbruch der Corona-Krise hierzulande Ende Februar in einen Engpass. Notkäufe zu überrissenen Preisen oder die Anweisung an das Spitalpersonal, dieselbe Maske tagelang zu tragen, waren die Folgen. Andere Institutionen wie Pflegeheime, Spitex oder freischaffende Hebammen verfügten teilweise über gar keine Masken.

Und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gab die umstrittene Direktive heraus, dass das tragen von Masken für die breite Bevölkerung nichts nütze. Wie konnte es in einem Land mit einem der teuersten Gesundheitssysteme der Welt zu einem eigentlichen Maskendebakel kommen? Aufschluss geben eine Reihe von weiteren Dokumenten aus dem BWL.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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