Gleich zu Beginn versucht Janine Schüepp meine Erwartungen vor dem ersten Tauchgang in einem See zu dämpfen: «Du wirst wenig bis nichts sehen, die Tarierung wird schwierig, und vor allem wird es ganz, ganz kalt.» Vor meinem Tauchgang im Greifensee habe ich einen Termin für die tauchmedizinische Abklärung bei der Mitinhaberin von Tauchsport Uster (TSU). Schüepp ist eine der wenigen Ärztinnen in der Schweiz mit tauchmedizinischer Ausbildung.
Die Sicherheit steht für Schüepp an erster Stelle. Deshalb untersucht sie auch mich obwohl ich mich fit fühle. «Viele Tauchunfälle geschehen wegen gesundheitlicher Vorbelastung», sagt sie. «Dabei bringt man nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch den Tauchbuddy.» In 50 Prozent der Todesfälle sterbe auch der Tauchpartner, weil er bei der Hilfeleistung seine Grenzen überschreite. «Das wollen wir auf jeden Fall verhindern.»
Schüepp hört meine Lungen ab, prüft die Ohren und misst den Blutdruck obwohl ich nur für 45 Minuten auf zirka 15 Meter Tiefe gehen werde. «Alles tipptopp», sagt die Ärztin zu meinem Gesundheitszustand. In zwei Wochen kann es losgehen.
Zwei Schichten gegen die Kälte
Beim Tauchtermin Mitte Juni habe ich Glück: Es ist der einzige sonnige und warme Tag der Woche. Ich treffe Sandro Scagliola, der das Tauchsport-Geschäft kürzlich übernommen hat und den Laden an der Ustermer Brunnenstrasse mit Janine Schüepp und Beat Luchsinger führt.

