Zurück von meinem Hunderundgang zu später Stunde wundere ich mich über die angenehme Stille. Kein Flugzeugbrausen am Himmel, nur seltenes Motorenbrummen auf der grossen Strasse unterhalb des Waldes. Dafür fast überdimensional lautes Rascheln und Knacken, ausgelöst von wandernden Wildtieren. Das viele Nass vor wenigen Wochen hat sich längst verflüchtigt. Staubtrocken ist momentan eher der passende Ausdruck.
Ich schliesse das Gartentor, bleibe stehen und atme den süssen Blütenduft tief ein. Es wird mir ganz leicht. Entrückt lächle ich in den Sternenhimmel. Endlich ist er da, der Frühling! Manchmal gar mit der ersehnten Wärme. Kühe weiden auf den Wiesen, die Schwalben sind angekommen und Grillen haben ihre Konzertsaison eröffnet. Purer Genuss.
Auch wenn es nur für einige Tage ist. Schon Morgen erreicht uns ein nächster winterlicher Gruss mit Bise und Frostnächten. Wie sehr wünsche ich mir da einen Zauberstab, mit dem ich unseren blühenden Garten unter einer schützenden Vliesdecke verbergen könnte. Stattdessen «joggle» ich mit unzähligen Vliestüchern im Arm durch mein Reich, um zarte Knospen vor der eisigen Kälte zu bewahren.
Kühle Tage hatten wir reichlich. Auch mit guten Seiten: Lange konnte ich Knospen sammeln für unseren Frühlingstee. Die Blüten der Teeschlüsseli und des Lungenkrautes tauchten wunderbar gestaffelt auf. Über Wochen konnte ich sie pflücken.
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