Ein breites Vorderrad, zwei walzenähnliche Hinterräder und zwei Pedalen: das Drift Trike, auf das ich mich gleich setzen werde, erinnert mich an das Dreirad aus meiner Kindheit. Mit dem Unterschied, dass ich damals nicht das Ziel hatte, eine 1,6 Kilometer lange Strecke herunterzubrettern und dabei um die Kurven zu driften.
Meine Kollegin Anna steht neben mir und beäugt ihr Gefährt ebenfalls ein wenig skeptisch. Wir befinden uns auf dem TCS-Parkplatz Girenbad am Bachtel, direkt neben der Zentrale und dem Start der Drift Trike Days. Der Sportanlass findet bereits zum zweiten Mal in Hinwil statt, organisiert wird er vom Wetziker Manuel Frei. Gemäss dem 30-Jährigen sei «allein schon das Fahren cool, weil man so knapp über dem Boden sitzt und schon bei 20 Stundenkilometern Nervenkitzel verspürt.» Mit Schonern, Helm und Handschuhe ausgestattet, setzen wir uns auf unsere Trikes und begeben uns zum Start.
Das Schlusslicht
Anna und ich bilden in unserer ersten Abfahrt das Schlusslicht. Vor uns treten Kinder, Jugendliche und Erwachsene in die Pedale, einige von ihnen driften schon wie Profis um die erste Kurve. Schon bald darauf sind die meisten aus meinem Blickfeld verschwunden. Als die Strecke ein wenig flacher wird, wage ich einen ersten Driftversuch und probiere, meinen Lenker querzustellen – ohne Erfolg. Das Trike fährt wie gehabt weiter. Mir entfährt ein Seufzen.
Als wir am Ende der Strecke ankommen, erwartet uns ein Shuttlebus. Auf dem Weg zurück an den Start analysieren Anna und ich unsere ersten Fahrten. Ihr ist ein Drift gelungen – jedoch unfreiwillig. «Ich bin total erschrocken, als ich plötzlich quer den Hang hinunterrutschte. Es war aber irgendwie auch geil.»

