Wie ein Schlag ins Gesicht habe sich die Berichterstattung dieser Zeitung vom letzten Wochenende für einen Anwohner von Kleinbäretswil angefühlt. Er möchte seinen Namen nicht im Bericht lesen, aber der gängigen Darstellung in den Medien trotzdem klar widersprechen. «Von wegen die Leute würden sich an die Anweisungen des Bundesrats während der Corona-Krise halten. Bei uns war der Teufel los!»
Knatternde Auspuffe, dröhnende Motoren und übereifrige Velofahrer hätten der Ghöchstrasse entlang ordentlich Gas gegeben. «In den Städten war es wahrscheinlich so ruhig, weil alle bei uns oben waren», so der Kleinbäretswiler. Das sei in der momentanen Situation einfach unverantwortlich. «Wenn jetzt jemand wegen eines Verkehrsunfall in Spital eingeliefert wird, bindet der dort Mitarbeiter, die Coronapatienten helfen sollten.»
Schlimme Vorahnung vor Ostern
Mit einer Wohnung unweit des Skigebiets Ghöch sei es sich der Kleinbäretswiler gewohnt, dass am Wochenende viele Ausflügler unterwegs seien. Aber der Verkehr von letztem Wochenende sei kaum mehr auszuhalten gewesen. «Wir hatten Lärm, wie vor dem Gotthard.» Vor Ostern graute es ihm. Deswegen lud er «züriost.ch» dazu ein, sich am Ostersonntag selbst ein Bild des befürchteten «Debakels» zu machen.
Vor Ort zeigt sich der Kleinbäretswiler gelassen. Mit geflochtenem Panamahut, kurzen Hosen und hochgelagerten Füssen sitzt er auf seinem Gartenstuhl und beobachten den Verkehr. Gerade will er vom letzten Wochenende erzählen, da unterbricht ihn das Dröhnen eines Motors. «Ein Ferrari-Cabriolet, eine ganz geile Maschine», sagt er.

