Gutes Tun in der Corona-Zeit
Gesundheits-Tipp: Meditieren lernen
Man muss weder geübt, besonders spirituell noch ein Esoterik-Fanatiker sein, um zu meditieren. Die aktuelle Situation zwingt uns, so oft wie möglich zuhause zu bleiben. Da kann es schon mal sein, dass einen der Unmut packt und man unruhig wird. Jetzt ist die Gelegenheit zu lernen, wie man eben richtig still sitzt und wie man Ruhe und Nichtstun am besten zu seinen eigenen Gunsten nutzen kann.
Wer gerne liest, kann sich Tipps rund um Achtsamkeit und zum Einstieg in die Meditation im Buch «Leben im Jetzt» von Eckhart Tolle holen. In «Meditation für Skeptiker» schreibt mit Ulrich Ott ein Neurowissenschaftler nüchtern über den «Weg zum Selbst». Wer eher über das Gehör oder am besten durch Vorzeigen lernt, findet im Internet eine ganze Menge an Material.
Auf Youtube gibt es unzählige Meditations-Playlists und Videos mit Übungen und Anleitungen zum Thema. Hier empfiehlt sich vor allem die «Progressive Muskelrelaxation». Meditieren lernen kann man auch via App, zum Beispiel mit «Headspace» (gibt es im App Store von Apple und im Google Play Store). Für iPhone oder iPad-User gibt es zudem die App «Balloon».
Spiel- und Aufräum-Tipp: Unterhaltsam Ausmisten und spenden
Wann, wenn nicht jetzt zuhause den Kleiderschrank oder den Keller – oder beides – ausmisten? Man muss ja nicht gleich Marie Kondo sein oder ihr Vorgehen verinnerlicht haben. Entrümpeln geht auch mit gesundem Menschenverstand.
Mit den alten Kleidern kann man auch gleich noch eine unterhaltsame Familien-Modenschau machen. Bevor etwas weggeworfen wird sich erkundigen, welchen Organisationen man was spenden kann.
Auch Tierhalter können die Sachen ihrer vierbeinigen Lieblinge ausmisten – aus Erfahrung hat man davon oft mehr als genug. Gut erhaltenes Hunde- oder Katzenspielzeug sowie Decken, Betten oder Näpfe nimmt zum Beispiel die Susy Utzinger Stiftung in Kollbrunn entgegen.
Hör-Tipp: Podcasts für Kinder und junge Eltern
Was macht eine Schweizer Familie mit drei Kleinkindern in der Coronavirus-Krise? Die Mama ist Primarlehrerin, der Papa Moderator und Podcaster. Und der älteste Sohn erzählt gerne. Die Antwort: Einen Podcast für Kinder. Der sechsjährige Theo erzählt Spannendes, Kurioses und Wissenswertes aus der Tierwelt und anderen Themenbereichen, die ihn interessieren.
Der Kinderpodcast ist für Kleinkinder und Kinder der Basisstufe geeignet und kann auch als Ergänzungsangebot zum Fernunterricht der Schule genutzt werden. Ein Erlebnis teilen, Kopfkino auslösen und Kinderbilder hervorkitzeln: In Theos` Podcast spielen das Thema und die Hörerschaft gleichermassen die erste Geige.
So sollen die Hörerinnen und Hörer an den interessanten Gesprächen der Familie teilhaben, aus Überzeugung, dass «Teilen» in Zeiten von Social Distancing auch über die Ohren funktioniert und schön sein, Freude bereiten und etwas Licht und Hoffnung ins Haus zaubern kann. Die Kinderpodcast-Folgen inklusive PDFs mit einfachen Arbeitsaufträgen oder Malvorlagen sind kostenlos. Die Folgen sind unter www.kinderpodcast.ch, auf YouTube, Facebook und Instagram bei «Theo erzählt» zu hören.
Der Podcast «Familienbande» führt junge Eltern und alle anderen Interessierten auf unterhaltsame Weise durch die medizinischen, psychologischen und gesellschaftspolitischen Irrungen und Wirrungen des Kinderkriegens. Das Besondere an diesem Format sind die Teilnehmer: Noa und Dan sind Eltern von drei Jungs im Alter von sechs, vier und einem Jahr.
Die beiden haben sich umfassend damit auseinandergesetzt, was es heisst, Eltern zu werden und Kinder grosszuziehen. Trotzdem tauchen im Alltagsleben immer wieder neue und unvorhergesehene Fragen auf. Noa und Dan wenden sich mit diesen Unsicherheiten und Gedanken an ihren wichtigsten Ansprechpartner, den Kinderarzt und Entwicklungspädiater Sepp Holtz, der zugleich auch Noas Vater ist.
So entsteht eine gewisse Intimität, die Fragen in einem anderen Rahmen zulässt, als er zwischen Arzt und Patienten üblich ist. Den Podcast gibt es im iTunes-Store oder auf der Website der Pro Juventute. Reinhören!
Film-Tipp: Preisgekrönte Schweizer Filme streamen
Das Bundesamt für Kultur hat das Westschweizer Drama «Le milieu de l´horizon» der Regisseurin Delphine Lehericey zum besten Schweizer Film des Jahres 2020 gekürt. Im Jahr 1976 leidet ganz Europa unter einer Hitzewelle. Der Jugendliche Gus verbringt seine Ferien auf dem Bauernhof seiner Eltern.
Als eine Freundin seiner Mutter auftaucht und die beiden Frauen sich zueinander hingezogen fühlen, kochen die Emotionen hoch. Der Film wartet mit Schauspielerinnen wie Laetitia Casta und Clémence Poésy auf.
Leise zwischenmenschliche Töne schlägt «Immer und ewig» von Fanny Bräuning an, der als bester Dokumentarfilm geehrt worden ist. Die Regisseurin begleitet ihre gelähmte Mutter und ihren Vater auf einer Reise durch Südeuropa.
Das Paar lernte sich auf der Kunstschule kennen. Sie waren jung, wild und leidenschaftlich. Doch bereits da machte sich die Krankheit der Mutter bemerkbar: Multiple Sklerose. Als sie vor 20 Jahren ins Koma fiel, war sie danach vom Hals abwärts gelähmt. Beeindruckend und mit klarem Geist reflektiert Bräunings Mutter ihr Schicksal.
- «Le milieu de l´horizon», Spielfilm von Delphine Lehericey, 92 Minuten, Stream gegen Gebühr
- «Immer und ewig», Dokumentarfilm von Fanny Bräuning, 85 Minuten, Stream gegen Gebühr

