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Gärtnern in Zeiten von Corona - so gehts

Die Arbeit in den Beeten bleibt möglich, ja ist in Zeiten von Homeoffice sogar verlockender denn je. Hier die zehn Tipps, für Anfänger und für Kenner.

Gärtnern in Zeiten von Corona - so gehts

Als Alain Berset letzten Freitag seine Corona-Pressekonferenz abhielt, hatte er eine erfreuliche Mitteilung für die Gärtnerinnen und Gärtner im Land parat. Nun dürfen Gärtnereien und Gartencenter schweizweit per Drive-in Pflanzen und andere Gartenprodukte verkaufen. Wir erklären, was sie im Garten gerade so alles anstellen können.

1. Jetzt mit Gärtnern anfangen

Jetzt ist der ideale Moment, als Gartenneuling zu starten. Man hat Zeit, es tut gut. Am besten fängt man mit einfachen Themen an, im Gemüsegarten zum Beispiel mit Kartoffeln, Zucchetti, Tomaten und Schnittsalaten. Diese gedeihen auch auf dem Balkon in genügend grossen Töpfen sehr gut. Bei den Zierpflanzen sind die sehr robusten Historischen Rosen eine gute Wahl, aber auch Baumpfingstrosen oder Holunder.

2. So kommt man zu Pflanzen

Es gibt wieder Gartenprodukte zu kaufen, allerdings eben nur im Drive-in. Das heisst: Vorab bestellen und Ware abholen. Und nicht alle Gartencenter bieten diese Möglichkeit auch tatsächlich an. Die beliebten Pro-Specie-Rara-Setzlingsmärkte, die jeweils an verschiedenen Orten der Schweiz stattfinden, wurden alle abgesagt. Auf der W e bsite finden wir aber zum Glück alle Gärtnereien aufgelistet, die an den Märkten die Setzlinge verkaufen.

3. Hier gibt es Pflanzenwissen

Trotz der neuen Lösung sind viele Gartencenter und Gärtnereien logistisch und personell stark gefordert. Zeit für Beratung ist knapp oder zum Teil gar nicht möglich. Stattdessen kann man sich Pflanzenwissen im Internet holen, zum Beispiel bei den deutschen Staudengärtnern. Hier finden sich zahlreiche Pflanzenmischungen mit robusten Stauden und Gräsern. Auf der Artenliste sind die jeweiligen Pflanzennamen nachzulesen. Bei Bioterra gibt es unter «Gartenwissen» ebenfalls eine Fülle an Informationen für den Zier- und Nutzgarten. Oder im online abrufbaren Fachmagazin der Schweizer Gärtner «Gp lu s».

4. Endlich Gartenprojekte umsetzen

Für lange vor sich hergeträumte Ideen ist jetzt ein idealer Zeitpunkt für die Umsetzung. Denn wahrscheinlich verbringt man dieses Jahr so viel Zeit im Garten wie noch nie, hat also einerseits Zeit für die nötigen Arbeiten und andererseits Musse, das Resultat zu geniessen.

Die Bezugsquellen für das Material (vorgängig bestellen!) sind mindestens teilweise geöffnet: Sägereien für Hochbeete und Holzveranden, Steinbrüche und Kiesgrube für Trockenmauern, Beetumrandungen, Sitzplätze oder Baustoffhändler für Platten für Gartenwege. Arbeiten, die man sich nicht selber zutraut oder für die man spezielle Maschinen braucht, kann der Gartenbauer übernehmen. Social Distancing im Garten einzuhalten, ist keine grosse Sache.

5. Was man jetzt noch pflanzen kann

Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch alles möglich: Im Gemüsegarten geht es gerade erst los, und es können noch viele Gemüsesorten und Blumen ausgesät oder die entsprechenden Setzlinge bestellt werden. Auch um Gehölze oder Beerenstöcke zu pflanzen, ist immer noch ein guter Zeitpunkt.

6. Keine Angst vor dem Geldausgeben

Angesichts der drohenden Wirtschaftskrise mag das Portemonnaie vielleicht nicht ganz so locker sitzen wie in anderen Jahren. Allerdings: Ob man das Ferienbudget dieses Jahr tatsächlich wird einsetzen können, steht in den Sternen. Man könnte es also getrost in den Garten investieren. Zudem ist Investment in Pflanzen immer eine lohnende Sache: Die positive Auswirkung von Pflanzen auf das psychische Wohl des Menschen ist wissenschaftlich vielfach nachgewiesen.

7. Inspiration suchen

Gartenmessen und Gartenmärkte sind alle abgesagt. Im Internet gibt es jedoch viele aktive Garten-Communitys, bei denen man reichlich Ideen findet. Auf Facebook sind Tausende Gartenfans in eigenen Gruppen («Mein Garten, mein Stolz», «Mein Garten – Tipps von und für Hobbygärtner» etc.) versammelt, die auf Einträge wie «Zeigt mal Fotos von euren selbst gebauten Tomatenhäusern» nur zu gern mit Schnappschüssen antworten. Weitere Quellen sind Pinterest oder spezialisierte Gartenforen, eine Übersicht findet sich auf www.gartenlinksammlung.de.

8. Gartenreise im Fernsehen

Da Gartenbesuche derzeit nicht möglich sind, kann man sich ohne schlechtes Gewissen stundenlang via Fernsehen von Garten zu Garten bewegen. Die Arte-Serie «Magische Gärten» stellt die schönsten Gartenanlagen Europas vor. Die SRF-Sendung «Hinter den Hecken» porträtiert Gärten in der Schweiz, «MDR Garten» solche in Deutschland. Früher ausgestrahlte Folgen findet man in den Mediatheken der einzelnen Sender oder auf Youtube.

9. Jedem sein Gartenplätzli

Jeder braucht im Garten seinen Rückzugsort, sein Plätzli, das er mit niemandem teilen muss. Bei Kindern sehr beliebt sind Tipi-Zelte aus Bohnen. Dazu genügend lange Haselruten kreisförmig in den Boden stecken, oben zusammenbinden und am Boden rund um jeden Stecken ein paar Feuerbohnen oder normale Stangenbohnen setzen. Achtung: Die Bohnen erst ab Mitte Mai stecken oder jetzt im Haus vorziehen.

10. Experimente wagen

 

Schon immer mal darüber nachgedacht, endlich mal einen Erdbackofen zu bauen und darin ein Poulet zu grillen? Oder eine Wildpflanzensuppe zu brauen: Brennnesseln, Baumtropf und Gundelrebe, Knoblauchhederich und so weiter sind fast in jedem naturnahen Garten zu finden. Los gehts! Es werden Abenteuer, die man nicht mehr vergisst und denen man vielleicht nachtrauert, wenn die Corona-Krise vorbei ist.

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