Emil Ott, Jagdaufseher der Gemeinde Zell, kann feststellen, dass «der milde Winter für die Wildtiere nicht von Nachteil war». Allerdings habe dadurch keine Winterselektion stattgefunden. Das heisst: Schwache Tiere, die einen harten Winter nicht überleben würden, sorgen langfristig für eine Schwächung ihrer Art.
Wühlmäuse konnten sich dank des kurzen Winters mehr als üblich fortpflanzen. Was dem Obstbauern aufgrund angefressener Baumwurzeln ein Ärgernis, ist dem Greifvogel eine Freude, da die Mäusejagd umso erfolgreicher ausfiel.
Mehr Mäuse, mehr Füchse
Eine Folge des grösseren Angebots an Mäusen und anderen Kleinnagern ist auch die Zunahme der Füchse. Denn die Füchsin wirft mehr Junge als in harten Zeiten, wie Ott erklärt. Unter erschwerten Umständen werden weniger Eizellen befruchtet. Der bereits vergrösserte Fuchsbestand könnte sich auf die milden Winter der letzten Jahre zurückführen lassen, meint der Jagdaufseher. «Unsere Wildtierarten haben sich auf diese Winter eingestellt.»
Dem Wiesel wiederum gerät der milde Winter zum Nachteil: Auf die Wintermonate hin tarnt es sich durch einen Fellwechsel. Bleibt der Schnee jedoch aus, wird der weisse Räuber ein leichtes Opfer seiner natürlichen Feinde. Dass das Wiesel dadurch dezimiert wird, ist für Ott die stärkste Ausprägung der klimatischen Veränderungen.

