Einfach ist die Zeit wahrlich nicht. Niemand weiss, wie es weiter geht. Die öffentliche Lähmung liegt greifbar in der Luft. So bin nicht erstaunt, dass es Nächte gibt, in denen ich sehr früh am Morgen aus einem Albtraum erwache.
Ich stehe auf, mache mir einen Kaffee, schüttle meine Gedanken ab und setze mich ans Fenster. Erst spüre ich, noch bevor ich es sehe, wie der neue Tag sich über die Welt schiebt, der Anfang zu neuen Hoffnungen.
Es ist zauberhaft zu beobachten, wie das Dunkel zögernd dem erwachenden Licht weicht. Die Bäume gewinnen an Kontur, die Blätter wiegen sich in fahlem Schein. Dann erahne ich einen zartrötlichen Schimmer auf den Häusern. Es wird heller, die Sterne erblassen, nur noch die Venus trotzt dem schwindenden Grau. Die ersten Sonnenstrahlen schmeicheln dem Auge, der neue Tag wird klar und hell.
Auch das ist ein Anfang, dem ein Zauber inne wohnt. Denn während zu anderen Zeiten die ersten Menschen ihre Autos starten und der Arbeitsalltag hörbar beginnt, bleibt es jetzt still – nur die Vögel begrüssen den Tag mit ihrem Trällern. (Guy A. Lang)

