Politik

Zum Tod einer stillen Heldin

Emma Pfenninger aus Wald ist am 20. März verstorben. Zeitlebens hat sie sich für den Verbleib des Rehazentrums auf dem Faltigberg eingesetzt.

Zum Tod einer stillen Heldin

Am 20. März hat uns Emma Pfenninger für immer verlassen. Emmeli, wie sie von Freunden und Bekannten liebevoll genannt wurde, hatte keinen einfachen Lebensweg. Wegen einer in früher Kindheit nicht erkannten Kinderlähmung kämpfte sie zeit ihres Lebens mit körperlichen Behinderungen.

Dies war der Grund, dass sie, obwohl eine gute Schülerin, keine Berufslehre absolvieren konnte. Ein Mensch wie Emmeli aber findet immer ein Wirkungsfeld wo er sich positiv betätigen kann. Sie verrichtete Heimarbeit für eine ortsansässige Firma, unterstützte später die älter werdenden Eltern bis zu deren Ableben und besuchte nebenbei, so lange es ihr die eigene Mobilität erlaubte, Bekannte im Altersheim. Gewiss hat sie mit ihrem fröhlichen Wesen auch an Regentagen etwas Sonne ins Heim gebracht.

Ihr Bezug zum Dorf Wald, insbesondere zum Jonatal, wo sie aufgewachsen war und bis zum Eintritt ins Pflegeheim der Stiftung Drei Tannen lebte, war eng. Dem kleinen Radius ihrer Bewegungsfreiheit setzte sie einen vor allem für lokale Angelegenheiten offenen Geist entgegen. Sie kämpfte für den Erhalt eines Weihers und Jahre später mit der IG-Sani für den Verbleib des Rehazentrums auf dem Faltigberg.

Für Letzteres hat sie sich in bewundernswerter Weise eingesetzt. Schon seit Jahren auf den Rollstuhl angewiesen, mit einer auch in der Hand stark eingeschränkter Bewegungsfreiheit rief sie unzählige Firmen an und fragte ob sie entsprechende Unterschriftenbogen senden dürfte. Während dieser Zeit erfuhr sie viel Wertschätzung. Stets handelte sie nach der Devise: «Nur jammern bringt nichts – man muss auch etwas tun!» Wie so viele andere konnte sich Emmeli ein Wald ohne «Höhenklinik» schlicht und einfach nicht vorstellen.

Vor zwei Jahren zog Emmeli vom Jonatal ins Pflegeheim der Stiftung Drei Tannen um. Selbstständiges Wohnen war nicht mehr möglich. Wie früher als Besucherin konnte sie nun als geschätzte und beliebte Bewohnerin im Pflegeheim mit ihrer Ausgeglichenheit und Lebensfreude viel Positives bewirken. Dies trotz zunehmenden Schmerzen und Hinfälligkeit. Emmelis Abschied erfolgte in kleinen Schritten und führte am 20. März zur Erlösung von ihren irdischen Gebrechen.

Für mich gehört Emmeli zum Heer der stillen Helden, welche, trotz schwierigem Lebensweg, stets versuchten das Beste aus ihrem Leben zu machen. Ihre letzte Ruhe darf die Verstorbene in ihrer engsten Heimat, im Jonatal, finden. Etwas entfernt vom Dorf Wald, aber stets nahe in den Herzen jener Menschen die sie gekannt und geschätzt haben. (Vreni Hertig)

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