Pfäffikon steht schon wieder eine Strassensperrung im Zentrum bevor
Wer gedacht hat, dass in Pfäffikon in Sachen Verkehr etwas Kontinuität Einzug hält, der irrt. Ab dem 15. April wird die Kemptthalstrasse – die Hauptachse durch die Gemeinde – erneut für sechs Monate gesperrt.
Bereits das Jahr 2019 war in Pfäffikon geprägt von Baustellen, gesperrten Strassen und Verkehrsumleitungen. Mit der Sanierung und Neugestaltung der Seestrasse konnte ein über viele Jahre geplantes Projekt endlich abgeschlossen werden und auch mit dem Versuchsbetrieb Einbahnring kam man Forderungen nach, die schon Jahrzehnte immer wieder auftauchten. Dessen Auswertung steht dabei noch aus.
Drei Etappen
Das kantonale Tiefbauamt erneuert im Abschnitt zwischen der Seestrasse und dem Landikreisel unter anderem den Fahrbahnbelag, die Randsteine, die Beleuchtung sowie Teile der Entwässerungsleitungen. Gleichzeitig ersetzen die Gemeindewerke die Stromversorgung sowie Wasser- und Abwasserleitungen. Zusätzlich werden auch neue Gas- und Fernwärmeleitungen erstellt und der Dorfbach eingedolt.
Da die Kemptthalstrasse eine Kantonsstrasse ist, liegt das Projekt beim kantonalen Tiefbauamt. Die Bauarbeiten erfolgen in drei Etappen, für die jeweils der betroffene Strassenabschnitt gesperrt wird. Für den Durchgangsverkehr ist eine Umleitung via Witzberg- und Usterstrasse bis zum Palmekreisel signalisiert. Der Abschnitt Schanz-/Schützen-/Usterstrasse wird dabei im Einbahnregime geführt. Während der gesamten Bauzeit können die Postautos die Haltestellen «Frohwies» nicht bedienen. Zudem wird die Bushaltestelle «Im Spitz» in Fahrtrichtung Uster verschoben (siehe Plan).
«Baustellen sind nie toll und trotzdem notwendig, wenn wir auch in Zukunft eine funktionierende Infrastruktur haben wollen», sagt Bauvorstand Lukas Steudler (FDP). Die Kantonsstrassen und die darin befindlichen Werkleitungen in Pfäffikon seien in einem Alter, in welchen Sanierung notwendig sind. «Seit über 40 Jahren verrichtet diese Infrastruktur ihren Dienst und konnte hindernisfrei benutzt werden.»
«Leider ist es unumgänglich einzelne Bushaltestellen während der Bauzeit ausser Betrieb zu nehmen.»
Lukas Steudler (FDP), Bauvorstand
Auswirkungen haben die Bauarbeiten auch auf die neue Seestrasse. «Auf Wunsch des Gemeinderats wird sie während der Bauzeit als Sackgasse ausgeführt, also die Ausfahrt oben gesperrt», sagt Steudler. Dies um zu vermeiden, dass die neue Begegnungszone im ersten Jahr zu einer ungewollten Ausweichroute für den Durchgangsverkehr wird.
Weiter kann die Bushaltestelle Frohwies während der Bauzeit nicht bedient werden. Bereits während des Testversuches Einbahnring im letzten Jahr wurde diese Bushaltestelle vor dem Einkaufszentrum in Fahrtrichtung Bahnhof ausser Betrieb genommen – und bereits damals unter lauter Kritik. Nun müssen die Einkaufstaschen in alle Richtungen noch etwas weiter getragen werden.
Weitere Baustellen geplant
«Leider ist es unumgänglich einzelne Bushaltestellen während der Bauzeit ausser Betrieb zu nehmen», sagt Bauvorstand Lukas Steudler. Man habe zwar weitere Optionen geprüft, sagt Thomas Maag von der Medienstelle der kantonalen Baudirektion, . «Bei all diesen Lösungen wäre aber der Anschluss an die S-Bahn nicht mehr gewährleistet gewesen.» Die Zufahrt zu den Geschäften entlang der Kemptthalstrasse sei mit wenigen Ausnahmen während der gesamten Bauzeit möglich.
Auch in den kommenden Jahren ist in Pfäffikon mit einigen Strassensanierungen zu rechnen, etwa auf der Uster- und der Hochstrasse sowie der Knoten Hittnauer-/Zelglistrasse im Zentrum. Auch hier ist wieder der Kanton die treibende Kraft, wobei die genauen Zeitpunkte der Bauarbeiten noch nicht feststehen.
Die Strassensanierung wird dem Kanton Zürich 2,425 Millionen Franken kosten. Insbesondere die geplante Umleitung wurde aber mit dem Bauamt Pfäffikon, den Gemeindewerken sowie dem Sicherheitsamt abgesprochen. «Die Gemeinde hat einen sehr geringen Kostenanteil am Gesamtprojekt», sagt Steudler. Für den Ersatz der Eindolung des Dorfbachs im Bereich der Kempttalstrasse fallen lediglich Kosten von rund 82’000 Franken an. Die Baukosten der Gemeindewerke für die Sanierung der Wasser- und Abwasserleitungen, sowie der Mittel- und Niederspannungsleitungen sind mit rund 955’000 Franken wesentlich höher. (lcm)
