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Politik

Bund machte Desinfektionsmittel zur Mangelware

In der Schweiz ist der Rohstoff Ethanol äusserst knapp. Nun zeigen Recherchen warum: Der Bund liess seine Pandemie-Reserve Ende 2018 auflösen.

Das Mail des Regierungsrats weckte ungute Assoziationen. An Mangellagen, an Rationierung, an Kriegswirtschaft.

Man brauche hochprozentigen Alkohol, um Desinfektionsmittel herzustellen, beschied Mauro Pedrazzini von der liechtensteinischen Regierung Mitte März seinen Beamten. Sie sollten deshalb ihre privaten Schnapsvorräte der Landesverwaltung spenden. «Wie das Zeug riechen wird, kann man noch nicht sagen», schrieb Pedrazzini, «aber es wird seinen Zweck erfüllen: Es killt die Viren.»

«Ein Geniestreich», sagt Pedrazzinis Generalsekretär Manuel Frick heute. Rund 1200 Liter Spirituosen hätten die Beamten gespendet. Daraus habe man mehrere Hundert Liter Desinfektionsmittel für die Büros der Verwaltung hergestellt. Es rieche sogar gut, so Frick. «Nach Lavendel.»

Mit Wein gegen die Viren

Nicht nur in Liechtenstein, auch in der Schweiz ist die Versorgung mit Ethanol, der alkoholischen Grundlage vieler Desinfektionsmittel, prekär. Und auch hierzulande macht die Notlage erfinderisch.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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