Zweites unerwartetes Plus in Folge
In den vergangenen Jahren wechselten sich in der Pfäffiker Jahresrechnung beim Schlussresultat Plus und Minus zuverlässig ab. Nun konnte die Gemeinde diesen Zauber durchbrechen und verbucht bereits zum zweiten Mal in Folge einen unerwarteten Ertragsüberschuss. Im Budget war man von einem Minus von 2,5 Millionen Franken ausgegangen.
Nun stehen dem Aufwand von 70,3 Millionen Franken Erträge von 71,9 Millionen Franken gegenüber. Das resultierende Plus von 1,6 Millionen Franken ist damit noch grösser als das Plus von 1,055 Millionen Franken im letzten Jahr, als ein Defizit von 250‘000 Franken budgetiert war.
Der Steuerertrag von 46,7 Millionen Franken liegt um 3,9 Millionen Franken höher als budgetiert. Dies hängt vor allem mit höheren Steuereinnahmen der Vorjahre von 2,7 Millionen Franken aber auch mit höheren Grundstückgewinnsteuern von 1,1 Millionen Franken zusammen, wie der Gemeinderat in einer Mitteilung schreibt.
Weniger Schülen an Gymnasien
Die üblichen Sorgenkinder Bildung und Soziales sorgen dieses Mal nicht für Kopfzerbrechen. Bei der Schule ergaben sich gesamthaft Minderkosten von 1,6 Millionen. «Es resultieren tiefere Ausgaben bei den externen Sonderschulungen und ein geringerer Kostenbeitrag, weil weniger Schülerinnen und Schüler das Gymnasium besuchen», heisst es in der Mitteilung weiter.
Zudem mussten die zusätzlich budgetierten Klassen im Kindergarten und an der Primarschule noch nicht eröffnet werden und bei der Oberstufe wurde die zusätzlich budgetierte Klasse erst ab Sommer 2019 nötig. Auch der Bereich Soziales schnitt besser ab als budgetiert, namentlich um rund 300‘000 Franken.
Im Bereich Gesundheit mussten dafür Mehrkosten von 1,2 Millionen Franken verbucht werden. «Weil die Pflegefinanzierungskosten weiter steigen», so der Gemeinderat. Zudem fiel der kantonale Finanzierungsausgleich um 1,3 Millionen Franken tiefer aus.
«Es kommt durch diese zeitlichen Verschiebungen nicht zu Mehrkosten.»
Stefan Gubler (FDP), Finanzvorstand
Der Personalaufwand liegt mit 13,2 Millionen Franken rund 600‘000 Franken unter dem Budget. Minderaufwand bei den Löhnen sowie Auflösung von Rückstellungen für Teuerungszulagen auf Renten und Überbrückungsrenten sind als Hauptgründe aufgeführt. Der Sachaufwand wiederum liegt mit 11,8 Millionen Franken rund 700‘000 Franken über dem Budget. Dies aufgrund höherer Kosten für Dienstleistungen und Honorare für Springereinsätze.
Verschiebung aus Vorjahren
Die Netto-Investitionen beliefen sich auf 8,22 Millionen Franken und erreichen damit 107,7 Prozent des veranschlagten Gesamtbetrages. Die grössten Investitionen betreffen die Sanierung Schulhaus Pfaffberg mit 4,2 Millionen Franken, die Bodensanierung Schiessanlage mit 1,7 Millionen Franken sowie die Sanierung Seestrasse mit 1,6 Millionen Franken.
«Die hohen Beträge kommen vor allem wegen Verschiebungen aus Vorjahren zu Stande», sagt Finanzvorstand Stefan Gubler (FDP). Bei der Seestrasse seien die Beiträge vom Kanton bereits vor 2019 eingegangen. «Es kommt durch diese zeitlichen Verschiebungen nicht zu Mehrkosten.»
Die Selbstfinanzierung beträgt 6,1 Millionen Franken und deckt die Nettoinvestitionen von 8,22 Millionen Franken nicht ab – der Selbstfinanzierungsgrad beträgt nur rund 75 Prozent. Auch wenn mit der Jahresrechnung 2019 dem steten Auf und Ab von positiven und negativen Jahresabschlüssen ein Ende bereitet wurde, scheint damit ein anderer Faktor die Tradition zu werden: Erneut werden nur zwei der drei langfristigen finanzpolitischen Ziele erreicht.
«Das kann und wird langfristig nicht so weitergehen.»
Stefan Gubler (FDP), Finanzvorstand
Der Steuerfuss bleibt zwar auf 110 Prozent stabil, doch der mittelfristig angepeilte Selbstfinanzierungsgrad von 100 Prozent wurde verfehlt. Und das Nettovermögen liegt mit 15,09 Millionen Franken nur dank er gesetzlich geforderten Umgliederung von Fremdkapital zum Anlagevermögen noch knapp im Zielbereich von 25 Millionen Franken – bei einer Schwankungbreite von plus oder minus 10 Millionen Franken.
«Wir befinden uns in einer investitionsintensiven Zeit, was zu einem tiefen Selbstfinanzierungsgrad führt», sagt Stefan Gubler. «Das kann und wird langfristig nicht so weitergehen.» Spätestens wenn die Pfäffiker Schulhäuser fertig um- und ausgebaut sind, rechnet er damit, dass die finanzpolitischen Ziele – Selbstfinanzierungsgrad inklusive – wieder allesamt erreicht werden können.
