Tabea Till-Anderfuhren ist jetzt auch Lehrerin. Eigentlich arbeitet die Fehraltorferin Teilzeit für die Spitex, selbstständig als musikalische Betreuerin und ist alleinerziehende Mutter von vier kleinen Kindern. Doch seit dem 16. März ist alles anders.
«Anfangs war ich komplett überfordert», sagt Till-Anderfuhren und lacht. Beinahe im Minutentakt seien Mails mit Informationen eingegangen, von der Schule, den Lehrpersonen, der Krippe, dem Hort. Dann kamen die Aufgaben für die Kinder, prall gefüllte Dossiers mit Material für einen vierwöchigen Heimunterricht, Infos über Online-Lernplattformen, Vorschläge gegen Langeweile für Chindsgi-Kinder, Bastelbögen, Lesetipps, Elternchats.
«Alle geben sich wahnsinnig viel Mühe», konstatiert Till-Anderfuhren, «doch anfangs scheint man vergessen zu haben, dass es Alleinerziehende gibt, und Haushalte mit mehr als einem Kind.» Auf ihre Rückmeldung diese Woche hätten sich aber alle involvierten Lehrpersonen verständnisvoll gezeigt. «Die Botschaft war, dass ich mit den Kindern nur das Machbare erledigen soll. »
«Wenn ein Jahrgang nachkommt, aber niemand die Schule verlässt, bekommen wir ein Problem.»
Carmen Evangelisti (FDP), Präsidentin Schulpflege Fehraltorf.
Nun gilt es für Till-Anderfuhren so oft als möglich, die Kleinste dazu zu bringen, ein Weile still zu sein, und zu verhindern, dass sich die Sechsjährige und die zwei älteren Brüder nicht in die Haare geraten wegen allfälliger Geräuschemissionen oder weil alle gleichzeitig den Laptop der Mutter brauchen.

