Wie ausgestorben sind die Strassen, leer die Plätze, vor den Lebensmittelgeschäften stehen die Menschen Schlange – brav mit zwei Meter Abstand. Das «Queueing up» gilt allgemein als typisch englisch, jetzt hat es sich auch bei uns durchgesetzt.
Offensichtlich zeigt der Aufruf unserer Bundespräsidentin Wirkung. Da ich auch zu der «vulnerablen Gruppe» der Menschen gehöre – mein 65. Geburtstag ist Geschichte – bin ich froh darüber.
Eine Nachbarin bot mir ihre Einkaufshilfe an. Und neulich begegnete mir eine besondere Form der Solidarität. Ich sass an meinem Schreibtisch, da klopfte es ans Fenster. Ich blickte erschrocken hoch und sah eine Elster, die mit dem Schnabel ans Glas pickte. Wollte sie mich fragen, ob ich etwas brauche?
Sinn der Solidarität ist, Corona einzudämmen und Ansteckungen zu vermeiden. Daran halten sich auch einige Detailhändler. Um Corona los zu werden, verscherbeln sie das gleichnamige Bier zu Aktionspreisen.
Jetzt muss ich aufhören. Ich will einen Brief an die Bewohnerinnen und Bewohnern des Alters- und Pflegeheim schreiben. Da sie keinen Besuch empfangen dürfen, sollen sie wenigstens lesen, dass sie nicht vergessen sind. (Guy A. Lang)

