Politik

Coronavirus, du goldener Käfig

Coronavirus, du goldener Käfig

«Du bist doch jung. Und ihr Jungen macht doch nichts anderes, als zu Hause vor dem PC zu sitzen. A ls ältere Person habe ich mehr zu kämpfen , deshalb gehe ich auch raus.»

Ähä. F*** dich. Sorrynotsorry.  

Die Massnahmen, die der Bund zur Bekämpfung des Coronavirus getroffen hat, sind einschneidend. Für alle. Wie schon Blog-Kollegin Lea aufgezeigt hat, bringt das Homeoffice durchaus Nachteile mit sich.

20 Gründe gegen Homeoffice

18.03.2020

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Aber man hält sich daran. Die meisten zumindest: Es scheint nämlich immer noch Personen zu geben, die sich von «Bleib zu Hause» nicht angesprochen fühlen – und sich mit Zitaten wie dem obigen zu rechtfertigen versuchen. 

Was mich ein bizzeli zum Explodieren bringt.

Denn klar, wir Jungen. Wir sind faul, hängen immer nur vor dem Fernseher oder Computer rum und gammeln vor uns her. Und deshalb ist das Zuhausebleiben für uns ja sowieso kein Problem, weil wir eigentlich Zombies sind, die sich nur im allergrössten Notfall bewegen und sozusagen an unseren Betten oder Sofas festgewachsen sind. 

Es gibt welche unter uns, die wirklich oft zu Hause sind und die Freizeit gerne vor dem Computer oder dem Fernseher verbringen. Oder einfach viel schlafen, ein Buch lesen oder zu Hause chillen. Was überhaupt nichts Verwerfliches ist, noch so als Anmerkung.

Es gibt aber auch die anderen.

Jene, die nach acht Stunden Arbeit nichts sehnlicher erwarten, als sich draussen mit Freunden treffen zu können. Jene, die an einem Samstag mehrere Stunden Wandern, Motorradfahren oder Sport treiben und dann todmüde, aber überglücklich ins Bett fallen – um das Ganze einen Tag später zu wiederholen. Und ja klar, auch wir – jep, ich gehöre dazu, aber no surprise there – verbringen gerne mal einige Stunden vor dem TV oder gammeln einen Tag lang in Trainerhosen rum.

Einen Tag. 24 Stunden. Maximal.

Aktuell mache ich das aber seit mehr als einer Woche so. Ich arbeite zu Hause. Ich verbringe meine Freizeit zu Hause. Ich treibe Sport zu Hause. Ich traue mich höchstens raus, um einzukaufen oder um eine halbe Stunde spazieren zu gehen. Und ich achte mich sehr genau darauf, keiner Menschenseele zu begegnen und wenn, den Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern einzuhalten.  

Ganz ehrlich? Es fühlt sich beschissen an. So richtig. Ich fühle mich wie in einem goldenen Käfig und würde vieles dafür tun, daraus ausbrechen zu können.

Warum ich mich trotzdem drinnen aufhalte und nicht «halt eine Ausnahme mache»?

WEIL ES MENSCHENLEBEN RETTEN KANN! 

Weil ich keine Egoistin bin, die die Gesundheit anderer für mein Wohlbefinden aufs Spiel setzt. Weil ich an all die Grosseltern, Väter und Freunde denke, die ein geschwächtes Immunsystem haben. An die Mütter, Schwestern und Arbeitskolleginnen, die an Krebs leiden. An alle Menschen, die wegen des Coronavirus mit mehr als «Mir ist langweilig» zu kämpfen haben.  

Und das sollte jeder. Das Alter ist kein Freibrief, um sich aus der Situation raus- oder andere schlecht zu reden. Dieses Mal gilt für alle eine einzige Spielregel, egal ob 23 oder 40 Jahre alt:

Bleib. Zuhause.

Talina Steinmetz kann nie lange stillsitzen. Spontane Motorradausflüge, längere Sporteinheiten und dicke Bücher zu lesen, sind ihre Lieblingsbeschäftigungen. Ein Wochenende einfach nur zu Hause verbringen? Langweilig. Montags trotzdem fit zu sein, ist ihre Stärke. Und falls das mal nicht der Fall sein sollte, helfen Fotos von Babybüsis oder das Schreiben eines Blogs.

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