Pfäffikon will dem Verkehrsproblem an den Kragen
«Beim Thema Verkehr zeichnen sich mittelfristig weder mehrheitsfähige Lösungsmöglichkeiten noch konkrete Massnahmen ab.» Dieser Satz aus dem neusten Protokollauszug des Pfäffiker Gemeinderates widerspiegelt die schwierige Ausgangslage, auf der nun ein neues Raumentwicklungskonzept ausgearbeitet wird.
In den aktuellen Legislaturzielen des Gemeinderates sind Vorhaben im Bereich Siedlungs- und Verkehrsplanung formuliert. So soll etwa das Ortszentrum vom Individualverkehr entlastet und dieser auf den Hauptverkehrsachsen konzentriert werden. «Damit diese Ziele erreicht werden können, müssen sie zuerst konkretisiert und ihre Realisierbarkeit überprüft werden», sagt Gemeindepräsident Marco Hirzel (SVP). Dazu soll das Raumentwicklungskonzept dienen, für dessen Planungsprozess der Gemeinderat einen Kredit in der Höhe von 140‘000 Franken bewilligt hat.
Gesamtschau über Herausforderungen und Möglichkeiten
Die Bau- und Zonenordnung (BZO) wurde letztmals 2014 revidiert und muss nicht zuletzt aufgrund von Veränderungen im übergeordneten Recht angepasst werden. Auch die Umsetzung des kürzlich fertiggestellten Konzeptes des Kantons «Mobilität und Umwelt Pfäffikersee» hat Auswirkungen auf die Ortsplanung. «Vor diesem Hintergrund bietet ein Raumentwicklungskonzept eine Gesamtschau über alle Herausforderungen und soll die Handlungsmöglichkeiten aufzeigen», sagt Hirzel.
«Wichtig ist, dass die Öffentlichkeit nicht erst miteinbezogen wird, wenn das Konzept fertig vorliegt.»
Marco Hirzel (SVP), Pfäffiker Gemeindepräsident
In der neu gebildeten Arbeitsgruppe hat der Gemeindepräsident den Vorsitz. Weitere Mitglieder sind etwa Bauvorstand Lukas Steudler (FDP), Finanzvorstand Stefan Gubler (FDP), Sozialvorstand Lukas Weiss (Grüne) und Gemeindeschreiber Hanspeter Thoma. Ergänzt wird die Gruppe von Wirtschaftsförderin Mani Sokoll, Bausekretär Roger Steiner und Projektleiterin Fiona Mera. Das Zürcher Planungsbüro Suter von Känel Wild, das bei vielen regionalen Projekten involviert ist, wird auch in Pfäffikon bei der Erarbeitung des Raumentwicklungskonzeptes dabei sein.
Workshops mit der Bevölkerung
Die Arbeitsgruppe wird zuerst den Auftrag und den Zeitplan detaillierter ausformulieren. Diese Vorarbeit soll bis im Juni abgeschlossen sein und durch die ersten Prüfungsinstanzen abgesegnet werden. Im Herbst soll dann auch die Bevölkerung mitreden können. «Wichtig ist, dass die Öffentlichkeit nicht erst miteinbezogen wird, wenn das Konzept fertig vorliegt», sagt Hirzel. Es müsse deshalb rasch definiert werden, in welcher Form die Mitwirkung effizient möglich ist. «Momentan angedacht sind Workshops – wohl mindestens vier Halbtage.» Dies mache den vorgegebenen Zeitplan ambitioniert.
«Entweder legen wir los oder es müssen alle akzeptieren, dass keine gescheite Lösung existiert.»
Marco Hirzel (SVP), Pfäffiker Gemeindepräsident
Dieser sieht momentan vor, dass das neue Konzept im Mä rz 2021 der Gemeindeversammlung vorgelegt wird. «Auch wenn es unmittelbar keine Rechtswirkung entfalten kann, sollen die Stimmberechtigten Stellung nehmen können und somit den Startschuss für die konkrete Planung der BZO geben», sagt Hirzel. Bei dieser gehe es nicht zuletzt darum, Entwicklungsmöglichkeiten für Arbeitsplätze zu schaffen, damit für die steigende Einwohnerzahl auch ein entsprechendes Angebot zum Arbeiten in der Gemeinde besteht.
In Sachen Verkehrsplanung sei es höchste Zeit, endlich einen Schritt vorwärts zu kommen. «Und wenn dann ein Entscheid vorliegt, muss man mich die nächsten 20 Jahre nicht mehr auf das Thema ansprechen», sagt Marco Hirzel. «Entweder legen wir los oder es müssen alle akzeptieren, dass keine gescheite Lösung existiert.»
