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Politik

Zweiter Corona-Sonntag – Sieben Szenen

Der zweite Sonntag mit Auflagen gegen die Verbreitung des neuen Corona-Virus und der erste mit einem Verbot für Gruppen von mehr als fünf Personen: Bei den Ausflugszielen im Oberland findet man noch Besucher, aber alles ist etwas anders.

Sportanlage Buchholz, Uster, Parkplatz

Von der nahen Autobahn tönen die üblichen Geräusche auf den Parkplatz bei der Sportanlage Buchholz in Uster. Schwierig zu sagen, ob es tatsächlich weniger rauscht, oder ob man sich das nur einbildet. Was man sich sicher nicht einbildet, ist das hohe, unregelmässige Surren, das von ganz nah ans Ohr kommt. Teo Roth, Primarschüler aus Uster, steuert sein ferngesteuertes Auto über den Parkplatz. «So eine grosse glatte Fläche findet man normalerweise nirgends.» Sonst parkieren hier die Kletter- und Hallenbadbesucher. Jetzt ist es bis auf das echte Auto seines Vater Tim Roth und seine zwei Spielzeuge leer. Bis jetzt gehe es eigentlich noch mit der Langeweile, so ohne die Schule, sagt Teo. «Aber ich denke, die kommt dann schon noch.»

Sportanlage Buchholz, Uster, Skate-Anlage

Drüben bei der Skate-Anlage haben Fabian, 22, Jan, 29, Michael, 32, ihre Rücksäcke je ungefähr 2.5 Meter auseinander hingelegt und sitzen daneben, drumherum verteilt: Wasserflaschen, Redbull-Dosen, leere Kaffebecher, kleine Lautsprecher. Ihre BMX und Skateboards liegen den Männern zu Füssen und warten auf das Ende der Pause, Michael steht auf und setzt sich auf sein Fahrrad, fährt aber nicht los. Beim Basketballkorb macht einer Pull-Ups, er gehört nicht zur Gruppe. Normalerweise kommen die drei auch mal in grösseren Gruppen hierher, seit Jahren sehr regelmässig, jetzt schauen sie, dass sie die 5-Personen-Auflage erfüllen. Für die Massnahmen des Bundes haben sie Verständnis. Michael: «Natürlich.» Fabian: «Absolut.» Eher hätten sie Mühe, werde an anderen Orten nicht geschaut. Michael: «Ich arbeite auf einer Grossbaustelle, dort ist es unmöglich, die 2 Meter Abstand einzuhalten. Ich verstehe nicht, wieso wir noch arbeiten müssen und fühle mich irgendwie verarscht, dass dort offenbar nichts zu gelten hat, unsere Gesundheit nichts zählt, einfach weil zu viel Geld drinsteckt.» Anders als die ganze Woche über, könne er sich hier an die Empfehlungen halten. Fabian: «Ja, wir schauen auch, dass wir nicht mehr an derselben Lunte ziehen.» Ein Polizeiauto fährt in die Nähe der leeren Fussballplätze, dreht aber wieder ab.

Seepromenade Greifensee, Uster

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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