«Manche Darsteller, die endlich wieder mal ihre Frisur oder Haarfarbe ändern wollten, wurden langsam ungeduldig.» Der Pfäffiker Marc Apothéloz verlangte seinen freiwilligen Helfern in den letzten vier Jahren einiges ab. So lange hat es gedauert, bis sein Spielfilm fertig geplant, gedreht, geschnitten und vertont war. «Mein Hauptdarsteller ergraute in diesen vier Jahren merklich», sagt der 67-Jährige und lacht herzlich. «Ich bin eben ein langsamer Mensch.»
Diese Aussage ist schwer zu glauben, wenn man Apothéloz zuhört. Er erzählt feurig und wild gestikulierend von seinem Filmprojekt, das sich an die James-Bond-Reihe anlehnt. Keine Satire, aber mit einem Augenzwinkern zu geniessen. Der mittlerweile pensionierte Psychiater hatte in den letzten Jahren immer wieder einmal Filmprojekte auf die Beine gestellt. «So kleine Dokumentarfilme», meint er abwinkend. Trotzdem habe es ihm den Ärmel reingezogen.
«Ich will nicht, dass die Darsteller in eine Rolle schlüpfen müssen, sie sollen sich selbst spielen können.»
Das Drehbuch für seinen ersten «richtigen» Spielfilm sei schnell geschrieben gewesen. «Als es darum ging, Darsteller für die Rollen zu finden, musste ich es aber wiederholt umschreiben», sagt Apothéloz. In Hollywood müsse sich jeweils der Schauspieler dem Drehbuch anpassen, hier sei der Fall umgekehrt gewesen. «Ich will nicht, dass die Darsteller in eine Rolle schlüpfen müssen, sie sollen sich selbst spielen können.»
Insgesamt waren schliesslich rund 70 Personen am Projekt «Jungfrau, Mönch und Ärger» beteiligt. «Alles Laien aus meinem Freundeskreis – wer Ja sagt, ist dabei.» Dies habe es für ihn nicht leicht gemacht, als sich die Produktionszeit immer weiter verzögerte. «Regie zu führen ist für mich das mühsamste an der ganzen Arbeit», gibt Marc Apothéloz zu. «Ich will es immer allen recht machen und bin gleichzeitig viel zu nervös und zu ungeduldig.»

