Ein neuartiges Virus schafft das, was jahrelange Diskussionen um die Digitalisierung in der Schweiz nicht erreicht haben: Immer mehr Arbeitnehmer und Studenten müssen sich mit dem Gedanken tragen, vorübergehend von zu Hause aus zu arbeiten. Der Entscheid des Bundesrats von Freitag, bis Anfang April alle Schulen zu schliessen, dürfte viele Elternteile zu Homeoffice zwingen.
Bereits zuvor haben Hochschulen wie die ETH Zürich beschlossen, den Unterricht vor Ort bis Ende Semester einzustellen. Stattdessen sollen Onlineangebote zum Einsatz kommen, die laufend ausgebaut werden. Die SRG hat 2500 Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Die Regelung gilt bis zum 5. April. Und auch für Teile der «Blick»-Redaktion ist Heimarbeit verordnet worden.
Erhöhter Datenverkehr
Um von zu Hause aus arbeiten zu können, braucht es nebst einem Computer vor allem eines: eine schnelle Verbindung zum Internet und telefonische Erreichbarkeit. Das Interesse an guter Ausstattung für Heimarbeit nehme in Privathaushalten und bei Geschäftskunden zu, heisst es bei grossen Telecomanbietern.
«Die Gefahr, dass die Kapazitäten nicht mehr ausreichen, ist vorhanden.»
Ralf Beyeler, Branchenkenner

