Vor mehr als 10 Jahren haben wir in unserem einfachen Kachelofen einen Partikelfilter einbauen wollen. Damals begann für mich die Diskussion um den Feinstaub. Aus dem einfachen Projekt entstand ein komplett neuer Kachelofen mit allen Schikanen. Der Ofenbauer Rüegg vom Sternenberg verbaute schliesslich 2.5 Tonnen Material.
Heute freue ich mich über die wohlige Wärme, die mein Kachelofen ausstrahlt. Feinstaub ist kein Thema mehr dank des Partikelfilters und der modernsten Brenntechnik. Und ich habe mich seit dem Einzug in mein Haus keinen Moment geschämt, dass ich Holz verbrenne.
Silvester ist ja noch nicht so lange her. Wegen des Feinstaubs sollten beim Jahreswechsel keine Raketen in den Himmel geschossen werden. Immer neue Argumente wurden herbeigezogen, um auf die Schädlichkeit des Feuerwerks hinzuweisen. So solle der Feinstaub von Raketen eine andere physikalische Eigenschaft haben als der, der von den Autos verursacht werde.
Umgekehrt hiess es, dass 750 Raketen den gleichen Ausstoss an CO2 hätten wie ein Liter Benzin beim Autofahren. Soll ich mich nun dafür schämen, dass ich an dieser Tradition festhalten und mich am Feuerwerk erfreuen will? Oder soll ich mich dafür schämen, dass wir das Tierwohl in der ganzen Debatte hinten anstellen? Schliesslich wissen wir seit langem, dass Tiere unter dem Knallen und Stinken leiden.
Der Begriff «Nachhaltigkeit» wird aktuell fast inflationär verwendet.

