«Es ist nicht die Idee, dass jetzt alle in die Ferien gehen»
«Ein wenig Vorlaufzeit wäre schön gewesen.» Der Pfäffiker Schulpräsident Hanspeter Hugentobler (EVP) hat wie hunderte weitere Bildungsverantwortliche erst an der Medienkonferenz des Bundesrates am Freitagnachmittag erfahren, dass der Schulunterricht ab Montag gestrichen wird. «Da es immer hiess, man wolle den Schulbetrieb möglichst lange aufrechterhalten, kommt dieser Entscheid tatsächlich überraschend», sagt er.
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15.03.2020

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Die Auswirkungen des Coronavirus haben massive Auswirkungen auf das Leben in der Region. Beitrag in Merkliste speichern Entsprechend unvorbereitet müsse man der Situation jetzt ins Auge schauen. Doch die Massnahmen machten Sinn, so der Grundtenor. «Auch die Ausweitung des Schulausfalls über die Ostertage bis zu den Frühlingsferien ist eine saubere Sache», sagt Hugentobler.
«So sind Krisen nun einmal.»
Hanspeter Hugentobler (EVP), Schulpräsident Pfäffikon
Nun gelte es einerseits, ein System für Unterricht und Betreuung zu erarbeiten. Andererseits müssen die Eltern so schnell wie möglich informiert werden. «Für die A-Post ist es leider zu spät.» Darum würden die Eltern jetzt direkt informiert. Über welche Kanäle sei noch offen. «Ich gehe davon aus, dass der Informationsfluss über die Lehrpersonen sichergestellt wird», sagt Hugentobler. Die Details kläre man an einem Krisenstab.
Bedarfserhebung für Betreuungsplätze
Im Fokus steht dabei nicht nur die Information nach Aussen, sondern auch die Bedarfserhebung der Betreuungsplätze, welche die Schulen sicherstellen müssen. «Wir haben zwar Erfahrungszahlen von den Tagesstrukturen, aber die könnten in dieser Situation komplett auf den Kopf gestellt werden.»
«Das einzige, was momentan feststeht, ist, dass am Montag kein Unterricht stattfinden wird.»
Erika Klossner (FDP), Schulpräsidentin Illnau-Effretikon
Gewisse Lehrpersonen werden ab Montag für diese Betreuung eingesetzt. Eigentlicher Schulunterricht findet nicht statt. «Es ist aber nicht die Idee, dass jetzt alle in die Ferien gehen», sagt Hugentobler. «Wir müssen jetzt planen, wie die Vermittlung der Inhalte trotzdem sichergestellt werden kann und es keine Bildungslücken gibt.» Momentan müsse man jedoch Schritt für Schritt planen, anders sei die Situation nicht zu bewältigen. «Aber so sind Krisen nun einmal.»
Erika Klossner (FDP), Illnau-Effretiker Schulpräsidentin, hält sich auf Anfrage zurück: «Wir sind derzeit im handelnden Modus, um unsere Schule zu organisieren», sagt sie. Parallel dazu warte man auf konkrete Anweisungen des Kantons, damit die in Illnau-Effretikon ergriffenen Massnahmen auch mit deren Vorgaben kompatibel seien. Genauere Informationen könne man erst nächste Woche liefern. Klossner: «Das einzige, was momentan feststeht, ist, dass am Montag kein Unterricht stattfinden wird.»
In Wetzikon war man am frühen Freitagabend bereits einen Schritt weiter. «Wir haben uns in den letzten Tag schon Gedanken gemacht, wie wir den Fernunterricht allenfalls aufgleisen können», sagt Thomas Ruppanner, Leiter Bildung der Stadt Wetzikon. Die Fachstelle Schulinformatik habe grundlegende Vorarbeit geleistet, an die man nun anknüpfen könne. «Über das Wochenende werden die technischen Angebote für unsere Lehrpersonen aufgerüstet, sodass wir nächste Woche starten können.»
Der Plan: Die Sekundarstufenunterricht komplett über Onlineplattformen abdecken. Bei der Primarschule will man ab der dritten Klasse mit webbasierten Unterrichtsmethoden arbeiten. «Für die Schüler der ersten und zweiten Klasse werden wir ebenfalls Lernaufgaben auf freiwilliger Basis entwickeln, die dann mit der Unterstützung eines Erwachsenen gelöst werden können», sagt Ruppanner.
«Gas geben lautet das Gebot der Stunde. »
Thomas Ruppanner, Leiter Bildung Wetzikon
Am Montag seien alle Lehrer auf Platz. «Dann werden wir die verschiedenen Arbeiten genauer aufteilen können und möglichst viele Synergien nutzen.» Ebenfalls geplant sei eine Hotline für Eltern, die spätestens ab Dienstag aktiv sein soll.
«Gas geben», so laute das Gebot der Stunde. «Die Eltern sollen möglichst gut planen können, damit kein Kind unbetreut bleibt», so Ruppanner. «Und bevor ein Kind privat schlecht betreut werden muss, kommt es lieber in die Schule in eine gewohnte Umgebung.»
In der Stadt Uster geht man davon aus, dass die Mehrheit der Kinder zuhause bleiben wird. « Die Primarschule arbeitet aktuell daran, über Fernunterricht den Kindern Lernunterlagen zur Verfügung zu stellen », sagt Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) . Dabei gehe es darum, den Kindern für ein bis zwei Stunden pro Tag eine schulische Lerntätigkeit zu ermöglichen. « Bei keinem Kind, das trotz Präsenzverbot in der Schule betreut wird, soll ein Vorteil entstehen. » Die kantonale Bildungsdirektion stellt den Schulen Grundlagen zum Umgang mit dieser Krise zur Verfügung.
Auch Thalmann steht hinter dem Entscheid des Schulverbotes. « In der aktuellen Krisensituation ist es sinnvoll, die Einstellung des Präsenzunterrichts zum Schutz der gefährdeten Personen zu verlängern. »
Alle Schulen der Region aktualisieren ihre Websites regelmässig und schalten vorzu neue Informationen auf.
