Ende der 1990er-Jahre fiel mir der Roman «Enigma» des Beststellerautors Robert Harris in die Hände. Ich war fasziniert und dachte, es wäre doch spannend, einmal als Journalist über diese sagenhafte Chiffriermaschine aus dem Zweiten Weltkrieg zu schreiben. Deutschland hielt sie für sicher, die Briten knackten sie und sind heute noch darauf stolz.
Auch die Schweiz nutzte im Zweiten Weltkrieg solche Maschinen. Darüber schrieb ich einen Artikel, der in der «NZZ» vom 30. November 2001 erschien: «Das Rätsel um die ‹ Neue Maschine › : Die deutsche Chiffriermaschine Enigma und die Schweiz».
Eine traurige Geschichte
Schon wenige Tage nach Erscheinen des Artikels meldete sich ein Leser: Er sei heute 81 Jahre alt und der erste Mitarbeiter des Zuger Chiffriergeräte-Herstellers Boris Hagelin gewesen. Seine zweite Frau sei kürzlich gestorben und beim Swissair-Absturz von Halifax am 2.September 1998 hätte er seine einzige Tochter verloren.
Eine traurige Geschichte. Kurz darauf trafen wir uns im Café des Hotels Central. Der Mann hiess Oskar Stürzinger und erzählte mir eine lange Geschichte – und am Schluss des Gesprächs zog er einen Stoffsack mit einer kleinen Kiste hervor: ein Taschen-Chiffriergerät der Firma Crypto AG aus dem Jahr 1957.

