Der in Holz gehaltene, kleine Aufenthaltsraum der Zimmerei Müller & Bosshard im Wiesental in Wila strahlt behagliche Wärme aus. Bei der Gesprächsaufnahme schmunzelt Geschäftsinhaber Roland Bosshard leicht und sagt, die Wandverkleidung gebe es noch nicht lange, sei jedoch schon eine Weile geplant gewesen.
Spiegel immer noch am Boden
Doch im Sommer hat sich Regula Brandenberger auf das Jobangebot auf der Firmen-Website gemeldet und Bosshard war bereit, ihr eine Chance zu geben. Weil sie von auswärts kommt, braucht sie über Mittag diesen Aufenthaltsort. Und so wurde eine längst fällige Arbeit in Angriff genommen. Die Arbeitskollegen haben sogar von irgendwoher einen Spiegel mitgebracht, damit sich ihre Kollegin dann jeweils schminken kann. Das ist für die junge Berufsfrau aber offenbar kein Thema: Der Spiegel steht nach wie vor auf dem Boden.
Regula Brandenberger schloss vergangenes Jahr erfolgreich ihre vierjährige Lehre als Zimmerin ab. «Das ist doch kein eigentlicher Frauenberuf», ist man spontan geneigt zu sagen. Die in Neftenbach aufgewachsene junge Frau bestätigt diese Meinung: «In meiner Klasse in der Berufsschule in Wetzikon waren sonst nur Männer.» Sie ergänzt, dass dieses Bild in anderen Klassen ähnlich war. «Es war schon gewöhnungsbedürftig», meint sie dazu.

